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Gartenpflege

Gartenarbeiten im Juni: Was muss im Juni im Garten gemacht werden?

Simone Blaß
Verfasst von Simone Blaß
Zuletzt aktualisiert: 22. Mai 2026
Lesedauer: 29 Minuten
© Mkovalevskaya / istockphoto.com

Im Juni erreicht die Gartenarbeit ihren geschäftigsten Punkt, da das starke Pflanzenwachstum und die steigenden Temperaturen den Zeitplan bestimmen. Während die Ernte von Erdbeeren und ersten Gemüsesorten beginnt, rücken die regelmäßige Bewässerung und der Schutz der Beete vor Trockenheit in den Fokus. Viele Stauden benötigen nun eine stützende Hand oder einen gezielten Rückschnitt, um die Vitalität für den restlichen Sommer zu erhalten. Der Juni ist also die ideale Zeit, um die Balance zwischen notwendiger Pflege und der praktischen Nutzung der Grünflächen zu finden.

Alles auf einen Blick:

  • Im Juni sollten verblühte Stauden für eine mögliche Zweitblüte zurückgeschnitten werden. Jetzt ist auch der richtige Zeitpunkt, um mit Düngen beim Wachstum zu helfen. 
  • Ab Juni entscheidet sich, ob der Rasen die kommenden Hitzeperioden gut übersteht oder ob er in Lücken, Unkraut und Moos zerfällt.
  • Das Mulchen bewahrt die wertvolle Bodenfeuchtigkeit der Erde vor der intensiven Frühsommersonne und unterdrückt gleichzeitig das in diestabler Zeit besonders starke Unkrautwachstum.
  • Der Wasserbedarf im Garten steigt jetzt deutlich, weshalb es sich empfiehlt, am besten morgens gut zu wässern, damit auch tiefere Erdschichten erreicht werden und die Pflanzen hitzeresistenter werden.
  • Es können erste Frühgemüse wie Radieschen, Salat oder Spinat bereits geerntet werden. Säen Sie die frei gewordenen Flächen mit schnell wachsenden Sommerkulturen nach, um sie optimal zu nutzen. Beachten Sie aber die Fruchtfolgen. 
  • Ein bisschen Unordnung im Garten ist ein großer ökologischer Vorteil, weil sie vielen Tieren Versteck und Schutz vor der Sonne bietet. Auch eine Wasserstelle ist ab dem Juni sinnvoll. 

Die Gartenarbeiten im Juni im Überblick

BereichSchwerpunkt im Juniwichtige ArbeitenEin Profi ist gefragt, wenn …
Stauden & Ziergarten
  • Blüte sichern
  • Struktur erhalten
  • remontierende Stauden nach der Hauptblüte schneiden
  • Sommerstauden und -blumen ausputzen
  • Rosen pflegen und nachdüngen
  • Kletterpflanzen/Reben führen und auslichten
  • Staudenbeete vergreisen oder umgestaltet werden sollen
  • schattige Problemzonen unter Bäumen dauerhaft nicht funktionieren
  • starke Kletterer Fassaden/Pergolen belasten
Gemüsegarten
  • Ertrag stabilisieren
  • Aussaat machen (Folgeaussaat)
  • morgens durchdringend gießen
  • hacken und mulchen
  • Starkzehrer nachdüngen
  • Kartoffeln anhäufeln
  • Tomaten ausgeizen
  • abgeerntete Flächen mit passenden Sommerkulturen nachsäen (Fruchtfolge beachten)
  • der Boden ausgelaugt ist
  • Bewässerungssysteme geplant werden
Obst & Beeren
  • Fruchtbehang regulieren
  • Sommerschnitt an Obstbäumen (Wasserschosse, Auslichten)
  • Junifall beobachten
  • ggf. Früchte ausdünnen und Äste stützen
  • Erdbeeren sauber halten
  • mulchen und Bestände verjüngen
  • Beerensträucher wässern und mäßig düngen
  • Obstbäume schwer zugänglich oder wiederholt krank sind
  • Beerenanlagen schwach tragen oder standort-/sortenbedingt neu geplant werden müssen
Rasen
  • Belastbarkeit für Hitze schaffen
  • wöchentlich mähen (ca. 4 bis 5 cm, bei Hitze bis 6 cm)
  • zweite Düngergabe
  • selten, aber tief wässern
  • kleine Lücken nachsäen
  • großflächige Kahlstellen, Filz/Moos und Verdichtung zusammen auftreten
  • eine grundlegende Sanierung (Vertikutieren, Aerifizieren, Neuansaat, Bewässerung) nötig ist
Wasser & Boden
  • wurzeltief wässern
  • Feuchte halten
  • frühmorgens gießen
  • Mengen an Boden anpassen
  • Mulch je nach Bereich einsetzen (Gemüse, Stauden, Gehölze)
  • Boden schonend lockern
  • größere, unterteilte oder hanglagige Flächen gleichmäßig versorgt werden sollen
  • eine automatische Bewässerung geplant ist
Pflanzenschutz & Tiere
  • Lebensräume stärken
  • Blattläuse, Mehltau, Schnecken und Gemüsefliegen früh erkennen und mit mechanischen/biologischen Maßnahmen regulieren
  • Wasserstellen aufstellen
  • Verstecke (Hecken, Laub-, Totholzhaufen) und blütenreiche, heimische Bepflanzung bieten
  • wiederkehrender, unklarer Krankheits- oder Schädlingsdruck besteht
  • komplexere Schutzkonzepte (z. B. großflächige Netzsysteme) gebraucht werden
Balkon & Kübel
  • Pflegephase einleiten
  • täglich bis zweimal täglich gießen
  • über Gießwasser leicht nachdüngen
  • Verblühtes entfernen
  • schwache Pflanzen ersetzen
  • Kübelgemüse stützen und kontrollieren
  • größere Terrassen- oder Dachbegrünungen mit Statik geplant werden sollen
  • Entwässerung und Bewässerung professionell geplant werden sollen

Woran erkenne ich, dass ich mir bei der Gartenarbeit im Juni mit einem Profi langfristig Arbeit und Kosten spare?

Wenn Probleme wie Schädlingsbefall oder schlechtes Pflanzenwachstum trotz eigener Bemühungen immer wiederkehren, steckt oft ein grundlegendes Problem dahinter, das ein Fachmann schnell und dauerhaft beheben kann. Bei größeren Maßnahmen wie Baumschnitt, neuen Beeten oder einem Bewässerungssystem zahlt sich professionelle Hilfe ebenfalls aus, da Fehler hier schnell teuer werden. Und hinzu kommt: Wenn der eigene Zeitaufwand in keinem vernünftigen Verhältnis mehr zum Ergebnis steht, ist ein Profi auf lange Sicht oft die kostengünstigere Lösung.



Ziergarten im Juni: Wie bleibt alles in Blüte?

Viele Stauden verausgaben sich nach der ersten Blüte damit, Samen zu bilden. Wenn Sie das verhindern, dann lenken Sie die Energie der Pflanze zurück in neue Triebe. Bei remontierenden Stauden wie Rittersporn, Katzenminze oder Phlox schneiden Sie dazu die verblühten Triebe um ein Drittel bis auf Bodennähe zurück und erhalten dafür oft eine zweite vollständige Blütenflor. Bei Blumen wie Zinnien, Cosmos oder Löwenmäulchen genügt es, verblühte Stiele bis zur nächsten Knospe zu entfernen. Arten mit dekorativem Samenstand, also zum Beispiel Ziergräser, Allium oder Sonnenhut lassen Sie hingegen bis zum Herbst oder Frühjahr stehen.

WAS SIND REMONTIERENDE PFLANZEN?
Remontierende Stauden sind mehrjährig blühende Pflanzen, die nach einer ersten Hauptblüte bei rechtzeitigem Rückschnitt ein zweites Mal im selben Jahr Blüten ansetzen. Voraussetzung ist in der Regel, dass Sie die verblühten Stiele früh genug entfernen und die Pflanzen anschließend gut versorgen mit Wasser, Nährstoffen und Licht.

Garten im Juni: Arbeiten im Staudenbeet im Überblick

BereichArbeiten im Juniso gehen Sie vordarauf sollten Sie achtenSie brauchen Sie einen Profi, wenn …
remontierende Stauden, z. B. Katzenminze, Rittersporn
  • nach der ersten Hauptblüte zurückschneiden, um einen zweiten Flor anzuregen
  • schneiden Sie verblühte Triebe kräftig zurück, je nach Art etwa bis zur Hälfte oder auf eine Handbreit über dem Boden
  • anschließend gut wässern und bei Bedarf moderat nachdüngen
  • nicht zu früh an frisch gepflanzten Exemplaren schneiden
  • größere Flächen ungleichmäßig vergreist sind
  • das Beet insgesamt neu strukturiert werden muss
  • ein stimmiges Staudenbild für repräsentative Bereiche gefragt ist
klassische Sommerstauden
  • Verblühtes laufend ausputzen, um die Blühwirkung zu verlängern
  • entfernen Sie abgeblühte Dolden regelmäßig, statt die ganze Pflanze stark zurückzuschneiden
  • schneiden Sie immer bis zu einem Blatt- oder Knospenansatz
  • vermeiden Sie radikale Juni-Schnitte wenn es schon sehr heiß ist
  • Bestände innen verkahlen, sehr blühfaul werden oder im Zuge einer Beetüberarbeitung in größere Einheiten neu sortiert werden sollen
Sommerblumen, z. B. Zinnien, Schmuckkörbchen, Löwenmäulchen
  • verblühte Stiele entfernen, damit laufend neue Knospen nachkommen
  • schneiden Sie verblühte Stiele bis zur nächsten Knospe oder gut entwickelten Verzweigung zurück
  • eine wöchentliche Kontrollrunde reicht meist aus
  • nicht nur die Blüte abknipsen, sondern sauber bis zu einem Ansatzpunkt schneiden, denn so bleiben die Pflanzen kompakt und standfest
  • größere Rabatten lückig geworden sind und im Zuge einer Sommer- oder Herbstpflanzung komplett neu gefasst werden sollen
Stauden mit dekorativem Samenstand, z. B. Allium, manche Sonnenhüte, Ziergräser
  • Strukturen gezielt stehen lassen, statt alles radikal auszuräumen
  • wählen Sie einzelne Pflanzen oder Gruppen, deren Samenstände optisch tragen
  • lassen Sie diese bis in Herbst oder Winter stehen
  • hier steht die gestalterische und ökologische Wirkung im Vordergrund, nicht eine zweite Blüte
  • ein ganzjährig wirkendes Staudenbild mit gezielter Winterstruktur für repräsentative Beete entwickelt werden soll
ältere Staudenbestände insgesamt
  • Vergreisung und Blühfaulheit erkennen und Sanierung vorbereiten
  • beobachten Sie im Juni, ob Stauden innen verkahlen, nur am Rand austreiben oder deutlich weniger blühen
  • markieren Sie solche Horste für Teilung oder Neupflanzung im geeigneten Pflanzfenster
  • der Juni ist der Diagnose- und Planungszeitpunkt; die eigentliche Teilung erfolgt je nach Art meist im Frühjahr oder Frühherbst, nicht im Hochsommer
  • größere Bestände systematisch verjüngt, Bodenverbesserungen durchgeführt oder komplettes Stauden-Design überarbeitet werden sollen
schattige Problemzonen unter Bäumen und großen Sträuchern
  • Prüfen, ob punktuelle Pflege noch ausreicht oder ein neues Pflanzkonzept nötig ist
  • beobachten Sie, welche Arten sich halten, welche verkümmern und wie sich Licht- und Wasserverhältnisse im Tagesverlauf entwickeln
  • notieren Sie Problemzonen für eine spätere Neuplanung
  • unter stärker beschattenden Gehölzen nehmen Licht- und Wasser-Konkurrenz mit den Jahren zu
  • ein Beet unter Bäumen dauerhaft nicht funktioniert und ein komplett neues, standortgerechtes Pflanzkonzept erforderlich ist

Beetpflege im Juni: Was tun bei schwierigen Bedingungen im Garten? 

An schwierigen Standorten kann die Unterstützung durch einen Experten sinnvoll sein. Manchmal zum Beispiel kann es sein, dass ein Baum so gewachsen ist, dass er dem Staudenbeet darunter das Licht nimmt. Schattige Problemzonen unter älteren Gehölzen brauchen dann kein punktuelles Umpflanzen, sondern ein ganz neues Pflanzkonzept mit standortverträglichen Arten. An Hanglagen oder in repräsentativen Vorgärten kommen technische und gestalterische Fragen wie Erosionsschutz, lückenlose Wirkung und ganzjährige Struktur hinzu und gerade da zahlt sich die Zusammenarbeit mit einer Fachgärtnerei häufig aus.

GUT ZU WISSEN:
Wenn mehr als die Hälfte des Bestands in Ihrem Garten nicht mehr überzeugt, der Boden erschöpft ist, strukturelle Probleme wie die Bewässerung nicht zufriedenstellend gelöst sind oder die gestalterischen Anforderungen Ihrerseits hoch sind, lohnt eine Neuanlage einzelner Beete oder des Vorgartens mit professioneller Begleitung fast immer mehr als das schrittweise Kurieren von Symptomen.


Wie gehe ich beim Mulchen vor? 

Mulch und gezieltes Gießen wirken nur als System. Das bedeutet, dass Mulch die Feuchtigkeit hält, die das Gießen einbringt und gleichzeitig verhindert wird, dass Unkrautsamen keimen. Sobald der Boden auf mindestens 10 Grad Celsius erwärmt ist – meist ist das bei den Gartenarbeiten im Mai der Fall – tragen Sie eine Schicht von 5 bis 8 Zentimeter auf. Ist die Schicht zu dünn, trocknet sie zu schnell, ist sie zu dick, werden Fäulnisprozesse begünstigt. Die Stängelbasen sollten möglichst frei sein von der Mulchschicht, um Fäulnis, Pilzkrankheiten und Schneckenbefall zu vermeiden, die sich in feuchter, schlecht belüfteter Umgebung direkt am Stängel besonders schnell entwickeln. Gemulchter Boden braucht nur seltener, dafür aber gründlicher gegossen werden. Das Wasser sollte auf jeden Fall 20 bis 30 Zentimeter tief eindringen, damit es den Wurzelbereich gut erreicht. Die effizienteste Lösung ist Tröpfchenbewässerung. So gelangt das Wasser direkt in den Wurzelraum. 

Entscheidend beim Mulchen ist, das Material auf den gewünschten Bereich im Garten abzustimmen:

  • Gemüsebeete: Hier eignen sich feinkrümelige, schnell umsetzbare Materialien wie gut angetrockneter Rasenschnitt, gehäckseltes, nicht krankes Pflanzenmaterial oder eine Mischung aus Stroh und Gras. Die Schicht sollte mit 1 bis 2 Zentimetern eher dünn beginnen und häufiger erneuert werden, damit nichts fault und Jungpflanzen nicht ersticken. Rindenmulch ist für Gemüsebeete ungünstig, weil er bei der Verrottung Stickstoff bindet und den Boden tendenziell versauert.
  • Staudenbeete: Hier funktionieren Mischungen aus feinerem Holzhäcksel, Laub, Rasenschnitt oder speziellem Staudenmulch gut, solange der Boden bereits ausreichend erwärmt ist. Schichten von rund 5 Zentimeter sind in der Praxis ein guter Ausgangspunkt. Wichtig dabei ist, den Mulch nicht direkt an Stängelbasen und Herzknospen zu schieben, um Fäulnis zu vermeiden.
  • Gehölzbereiche wie Hecken oder Sträucher: Unter Gehölzen ist Laub, grober Rindenkompost oder Holzhäcksel besonders geeignet, weil sie den Charakter eines Waldbodens nachahmen und langfristig Humus aufbauen. Hier darf die Schicht auch etwas stärker sein, solange der Stammfuß frei bleibt. Rindenmulch kann bei Gehölzen und auf Wegen sinnvoll sein, sollte im Wurzelbereich empfindlicher Stauden und Gemüsepflanzen aber nur mit Augenmaß eingesetzt werden.
Draufsicht auf strahlend blaue Strahlen-Anemonen (Blanda-Anemonen) in einem Gartenbeet, das zum Schutz vor Austrocknung im Juni flächendeckend mit hellem Mulch aus Stroh oder Holzhäckseln bedeckt ist.
Das Mulchen im Juni schützt den Boden vor der Verdunstung und erhält eine gleichmäßige Bodenfeuchtigkeit für die Pflanzen © Victor Golmer / istockphoto.com

Wie pflege ich meine Rosen im Juni?

  • Verblühtes entfernen: Schneiden Sie verblühte Blüten nicht einfach nur am Kopf ab. Setzen Sie die Schere tiefer an, etwa über dem ersten oder zweiten voll ausgebildeten Blatt.
  • einmalblühende Rosen: Bei Sorten, die nur einmal im Jahr blühen entfällt dieser Schnitt, wenn Sie im Herbst die dekorativen Hagebutten behalten möchten.
  • Wildtriebe entfernen: Achten Sie auf Triebe, die unterhalb der Veredelungsstelle, also der knubbeligen Stelle am Stammgrund austreten. Diese haben oft hellgrüne, kleinere Blätter. Diese sollten Sie nicht abschneiden, sondern am besten mit einem kräftigen Ruck direkt am Stamm abreißen.

Um Ihre Rosen nach der ersten Blühwelle für den zweiten Flor zu stärken, sollten Sie bis spätestens Mitte Juli eine zweite Düngung mit speziellem Rosendünger oder Hornmehl vornehmen. Wässern Sie die Pflanzen danach gründlich, damit die Nährstoffe die Wurzeln erreichen. Ein späterer Zeitpunkt für die Düngung sollte vermieden werden, da die Triebe sonst vor dem Winter nicht mehr ausreichend verholzen. Behalten Sie außerdem die Blattläuse und Krankheiten im Blick. Gegen Echten Mehltau hilft ein Milch-Wasser-Gemisch (1:8), während Sie bei Sternrußtau befallene Blätter konsequent entfernen und im Hausmüll entsorgen sollten. Eine sorgfältige Bodenpflege durch vorsichtiges Hacken und das Auftragen einer Mulchschicht hält die Feuchtigkeit im Boden und schützt Ihre Rosen vor dem Austrocknen.

Gemüsegarten im Juni: Diese Arbeiten sichern Ernte und Qualität

Im Juni ist Hochsaison im Gemüsegarten und eine der wichtigsten Aufgaben ist die konsequente Bewässerung, da die Verdunstung bei steigenden Temperaturen zunimmt. Gießen Sie am besten in den frühen Morgenstunden direkt an die Basis, um Pilzkrankheiten zu vermeiden. Parallel dazu ist das regelmäßige Hacken und Mulchen entscheidend, um den Boden locker zu halten und die Feuchtigkeit im Erdreich zu speichern. In Sachen Nährstoffversorgung benötigen Starkzehrer wie Tomaten, Gurken oder Zucchini jetzt oft eine Nachdüngung, beispielsweise mit Brennnesseljauche, um das schnelle Wachstum zu unterstützen. Frühkartoffeln sollten Sie jetzt noch einmal anhäufeln und die Tomaten sollten ausgegeizt werden. Das ist wichtig, damit die Kraft nur in die Fruchtbildung fließt. Überprüfen Sie Ihr Gemüse jetzt regelmäßig auf Schädlinge. Zwar sind die Pflanzen jetzt schon deutlich robuster und können sich besser wehren, wenn es aber zu viele Blattläuse oder Kartoffelkäfer werden, dann wird es schwierig. Greifen Sie aber nur ein, indem Sie die Tiere absammeln oder mit natürlichen Methoden vorgehen, da Sie mit Anti-Schädlings-Mitteln nicht nur das Ungeziefer vergiften, sondern gleich auch Ihr Gemüse.

WAS IST DAS AUSGEIZEN?
Beim Ausgeizen von Tomaten entfernen Sie die jungen Seitentriebe (Geiztriebe), die in den Blattachseln zwischen Haupttrieb und Seitentrieb wachsen, vor allem bei eintriebig geführten Stabtomaten. Dadurch konzentriert die Pflanze ihre Kraft auf weniger Triebe und Früchte, was in unserem Klima in der Regel zu größeren, besser ausgereiften und aromatischeren Tomaten führt und zugleich die Pflanzen luftiger und damit weniger anfällig für Pilzkrankheiten macht.

Jetzt im Juni ist auch die richtige Zeit für Folgesaaten. Säen Sie auf abgeernteten Flächen von Radieschen oder frühen Salaten direkt wieder aus, um Buschbohnen, Möhren oder neuen Salat nachzusäen. So nutzen Sie das Zeitfenster optimal und stellen eine kontinuierliche Ernte bis in den Herbst sicher. Eine Mischkulturtabelle zeigt Ihnen genau, was Sie neben wen ausbringen können. 

Mischkulturtabelle für Gemüse: Übersicht, welche Pflanzen gute Nachbarn sind, z. B. Bohnen mit Kohl oder Karotten mit Lauch, und welche Kombinationen nicht empfohlen werden.

Achten Sie aber unbedingt darauf, die Fruchtfolgen einzuhalten, denn Starkzehrer brauchen viele Nährstoffe und der Boden kann das nur einmal alle paar Jahre verkraften. Mithilfe einer Fruchtfolge-Tabelle können Sie entscheiden, was zu welchem Zeitpunkt gepflanzt wird. 

Eine Fruchtfolgetabelle für den Gemüsegarten, dargestellt als Matrix mit Gemüsesorten in den Zeilen und Spalten. In den Schnittpunkten sind „+“ für gute Nachbarschaft und „-” für ungünstige Kombinationen eingetragen. Beispiele: Bohnen vertragen sich gut mit Gurken, Salat und Tomaten, aber nicht mit Erbsen und Zwiebeln. Kartoffeln harmonieren mit Bohnen und Kohl, aber nicht mit Tomaten oder Knoblauch.
© Gartenbau.org

Wer seinen Gartenkalender konsequent im Blick behält, weiß, dass der Juni einer der letzten Monate ist, in dem Lücken im Beet noch sinnvoll geschlossen werden können. Eine Pflanzung von Stangenbohnen, Zucchini oder Kohlrabi gelingt noch problemlos, sowohl im Freilandbeet als auch im Hochbeet, wo die Wärme im Substrat das Wachstum zusätzlich beschleunigt. Wer dabei den Aussaatkalender zu Rate zieht, vermeidet Fehler bei der Fruchtfolge und wählt die richtigen Kulturen für die verbleibende Saison. Gleichzeitig sollten frisch bepflanzte Flächen regelmäßig kontrolliert werden, denn gerade jetzt sprießen Beikräuter besonders schnell und konkurrieren mit den Jungpflanzen um Wasser und Nährstoffe.

Zehrerklassen und deren Eigenschaften im Überblick

KategorieBeispieleEigenschaften
StarkzehrerTomate, Kohl, Sellerie, Kürbis, Lauch
  • entwenden dem Boden viele Nährstoffe; besonders Stickstoff
  • Boden sollte vor Anbau gut gedüngt und vorbereitet werden
  • nicht mehrmals hintereinander an derselben Stelle anbauen
MittelzehrerMöhre, Spinat, Zwiebel, Fenchel, Salat
  • haben einen mittleren Nährstoffbedarf
  • beanspruchen den Boden mäßig
  • gedeihen gut nach Starkzehrern
  • brauchen lockeren, nährstoffreichen Boden
  • gelegentlich Düngung notwendig
SchwachzehrerRadieschen, Erbse, Bohne, Feldsalat
  • benötigen nur wenige Nährstoffe
  • schonen den Boden
  • oft stickstoffbindende Pflanzen
  • ideal zur Regeneration des Bodens
  • können nach Stark- und Mittelzehrern angebaut werden

Wann ist Erntestop für Spargel und Erdbeeren?

Für Spargel gilt in Deutschland traditionell der 24. Juni, also der Johannistag, als Erntestopp. Danach braucht die Pflanze die restliche Vegetationszeit, um über ihren Laubtrieb Reservestoffe für das nächste Jahr einzulagern. Wird länger gestochen, leidet der Ertrag im Folgejahr deutlich. Bei Erdbeeren gibt es eher eine Saison. Einmaltragende Freilanderdbeeren werden je nach Region etwa von Anfang Juni bis Ende Juli geerntet, immertragende Erdbeeren und Monatserdbeeren können nach einer Pause sogar bis in den Spätsommer hinein Früchte tragen, solange die Pflanzen vital bleiben.

Nahaufnahme der traditionellen Spargelernte im Jun. Ein Erntehelfer sticht weißen Spargel mit einem speziellen Spargelmesser direkt im Erdwall, während im Hintergrund ein gefüllter Drahtkorb mit frisch gestochenen Stangen bereitsteht.
Der Juni ist der Spargelmonat, doch ab dem Johannistag, dem sogenannten Spargelsilvester, ist Schluss, um die Pflanze zu schonen © juefraphoto / istockphoto.com

Das brauchen Ihre Kräuter im Juni

  • Blüte verhindern: Bei den Kräutern wie Basilikum, Minze oder Salbei, die Sie ernten möchten sollten Sie die Triebspitzen regelmäßig kappen. Sobald die Pflanzen blühen, verlieren die Blätter oft an Aroma und werden teilweise bitter. Lassen Sie aber auch welche stehen, die blühen dürfen, denn Kräuter sind eine sehr beliebte Bienenanflugsstelle.
  • richtig gießen: Während mediterrane Kräuter wie Thymian oder Rosmarin Trockenheit gut vertragen, brauchen Schnittlauch, Petersilie und vor allem Minze im Juni reichlich Wasser. Gießen Sie am besten bodennah, um Pilzkrankheiten auf den Blättern zu vermeiden.
  • Düngen: Wenn Sie Starkzehrer wie Basilikum im Topf haben, ist es jetzt Zeit für eine leichte organische Düngung. Mediterrane Kräuter im Beet benötigen hingegen kaum zusätzlichen Dünger.
SCHON GEWUSST?
Der Juni ist ideal, um Kräuter zum Trocknen oder Einfrieren zu ernten. Der beste Zeitpunkt ist ein sonniger Vormittag, sobald der Tau getrocknet ist, denn dann ist die Konzentration an ätherischen Ölen am höchsten.

Im Juni braucht der Rosmarin einen Pflegeschnitt

Der Juni ist für den Rosmarin ein idealer Zeitpunkt für einen Pflegeschnitt, da die Hauptblüte zu dieser Zeit meist abgeschlossen ist. Durch das Einkürzen der weichen, grünen Triebe um etwa ein Drittel bis zur Hälfte wird die Pflanze angeregt, kompakt und buschig weiterzuwachsen, anstatt von unten her zu vergreisen und zu verholzen. Dabei ist jedoch Vorsicht geboten, da Sie keinesfalls zu tief in das alte, dunkle Holz schneiden sollten, weil der Rosmarin aus diesen kahlen Stellen nur sehr schwer wieder austreibt.

Nahaufnahme einer Person mit blauen Gartenhandschuhen, die mit einer Gartenschere frischen Rosmarin erntet.
Ein Formschnitt im Frühsommer liefert Ihnen gleich eine gute Ernte, da jetzt die Konzentration an ätherischen Ölen besonders hoch ist © Luis Echeverri Urrea / istockphoto.com

Gartenarbeit im Juni: Kann ich den Sommerschnitt an Obstbäumen selbst durchführen?

Bei allen Bäumen, die einen Sommerschnitt brauchen, ist der Juni der ideale Zeitpunkt und mit ein bisschen Hintergrundwissen steht einem selbst durchgeführten Schnitt nichts im Wege. Viele der jetzt notwendigen Handgriffe sind unkompliziert und fördern trotzdem die Vitalität des Baumes:

  • Wasserschosse entfernen: Diese steil nach oben wachsenden, dünnen Triebe rauben dem Baum unnötig Kraft. Im Juni können Sie diese oft noch ohne Schere einfach mit der Hand beherzt nach unten abreißen. Das verhindert im Gegensatz zum Schnitt einen Neuaustrieb an derselben Stelle.
  • leichtes Auslichten: Entfernen Sie Triebe, die ins Kroneninnere wachsen oder sich gegenseitig scheuern. Das Ziel ist eine lockere Krone, damit Licht und Luft an die Früchte gelangen, was die Reife fördert und Pilzbefall vorbeugt.
  • Fruchtholz-Korrektur: Bei sehr lang gewachsenen Jungtrieben können Sie die Spitzen leicht einkürzen, um die Verzweigung zu fördern.

Was ist der Junifall? 

Der Junifall, auch Junifruchtfall genannt, bezeichnet das natürliche Abwerfen junger, noch unreifer Früchte. Besonders häufig ist er bei Apfel- und Birnbäumen zu beobachten, meist zwischen Ende Mai und Anfang Juli. Der Baum reguliert damit seinen Fruchtbehang selbst und trennt sich von überschüssigen Früchten, spart Energie und kann die verbleibenden Früchte besser versorgen. Stellen Sie fest, dass sich an Ihren Obstbäumen besonders viele Früchte entwickeln, man spricht hier von einem Mastjahr, dann sollten Sie Folgendes tun: 

  • händisches Ausdünnen: Um die Qualität der Früchte zu steigern, entfernt man bei Äpfeln oder Birnen pro Büschel so viele Früchte, dass nur 1 bis 2 der kräftigsten übrig bleiben (etwa eine Faustbreite Abstand). Das schont die Reserven des Baumes für das Folgejahr.
  • Äste stützen: Bei schwer tragenden Ästen helfen Gabelstützen oder einfache Holzlatten, die vorsichtig unter den Ast geschoben werden. Polstern Sie die Kontaktstelle mit Vlies oder Gummi ab, um die Rinde nicht zu verletzen.


Wie erreiche ich ab Juni eine gute Beerenernte? 

Ab Juni legen Sie den Grundstein für eine reiche Beerenernte, indem Sie zum Beispiel die alten Erdbeeren während der Erntezeit sauberhalten, sie regelmäßig wässern und den Bestand bei Bedarf verjüngen, indem Sie nach der Ernte ältere, schwach tragende Pflanzen entfernen und junge, gesunde Ableger an einem neuen oder gut vorbereiteten Standort nachpflanzen. Eine Mulchschicht aus Stroh oder geeignetem Alternativmaterial schützt die Früchte außerdem vor Spritzwasser und Grauschimmel, hält die Bodenfeuchte stabiler und verringert den Gießaufwand.

Draufsicht auf eine Erdbeerpflanze im Gartenbeet mit mehreren reifen, roten Erdbeeren und einigen noch grünen Früchten, die auf dunkler, feuchter Erde wachsen.
Nach 3 bis 4 Jahren sollten Sie Ihre Erdbeerpflanzen schrittweise durch junge ersetzen © EdwardSamuelCornwall / istockphoto.com

Johannisbeeren, Himbeeren und Brombeeren profitieren jetzt von gleichmäßiger Bodenfeuchte, einer moderaten organischen Düngung im Frühsommer und einer dünnen Mulchschicht. Diese versorgt die flach wurzelnden Sträucher mit Wasser und Humus, ohne Staunässe oder Überdüngung zu fördern. Treten jedoch immer wieder Pilzkrankheiten auf, tragen ältere Pflanzen nur noch schwach oder stehen die Sträucher offensichtlich ungünstig, etwa zu trocken, zu schattig oder im falschen Boden, ist eine professionelle Bestandsaufnahme sinnvoll. Eine Fachgärtnerei oder ein Obstbaubetrieb kann

  • Sortenwahl,
  • Schnitt,
  • Bodenaufbau und
  • Standort

grundsätzlich prüfen und gegebenenfalls neu planen.

Was gibt es bei Rankpflanzen und Reben zu beachten?

Im Juni sollten Weinreben und stark wachsende Kletterpflanzen regelmäßig ausgelichtet und geführt werden. Lange Triebe werden eingekürzt, überflüssige Seitentriebe entfernt und die Pflanze so angebunden, dass Luft und Licht gut an Blätter und Früchte gelangen. Das hilft, Pilzkrankheiten vorzubeugen und die Früchte gesund ausreifen zu lassen. Gießen Sie immer gleichmäßig direkt im Wurzelbereich und vermeiden Sie nasse Blätter und düngen Sie nur maßvoll und wenn überhaupt, dann organisch. Sonst werden die Pflanzen möglicherweise krankheitsanfällig. 

Wann brauche ich bei Rankpflanzen einen Experten? 

Professionelle Unterstützung ist dann sinnvoll, wenn sehr kräftige oder alte Pflanzen wie Wein, Kiwi, Blauregen, Efeu oder Knöterich

  • große Spalier-, Pergola- oder Fassadenflächen überwachsen,
  • Bauteile stark belasten oder
  • Schäden an Putz, Mauerwerk, Dachrinnen, Leitungen oder Rankhilfen drohen.

Das gilt besonders bei hohen Fassaden, unsicherer Tragfähigkeit und schwer erreichbaren Bereichen.



Wie gehe ich im Juni bei Fassadenbegrünung vor? 

Auch Fassadenbegrünungen, egal ob es sich um eine wandgebundene Fassadenbegrünung oder eine bodengebundene Fassadenbegrünung handelt, sollten Sie jetzt kontrollieren und zurückschneiden, damit die Pflanzen nicht in Dachrinnen, Fenster, Lüftungen, Leitungen oder unter Dachziegel wachsen. Kürzen Sie auch hier lange Triebe und achten Sie darauf, dass das Laub etwas ausgelichtet wird, damit Luft an die Pflanze und die Fassade kommt.

Unser Gartenbau.org-Expertin

Fachexpertise und eine gute Planung sind bei Fassadenbegrünung unerlässlich und eine sorgfältige Ausführung ist entscheidend. Wenn eine Wandbegrünung aber professionell geplant und umgesetzt wird, besteht für die Gebäudesubstanz keine Gefahr. Die wandgebundenen Systeme enthalten wasserundurchlässige Schichten und sind hinterlüftet, vergleichbar mit vorgehängten Fassaden. Langfristig ist natürlich auch eine regelmäßige Pflege erforderlich, um Schäden zu vermeiden.

Melina Wochner ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Akustik und Bauphysik (IABP)

Was muss ich im Juni bei der Rasenpflege beachten? 

Im Juni halten Sie den Rasen mit einer Schnitthöhe von etwa 4 bis 5 Zentimeter, wenn es sehr heiß ist auch bis zu 6 Zentimeter und einem Mährhythmus von ungefähr einmal pro Woche belastbar. Denken Sie immer daran, pro Durchgang höchstens ein Drittel der Halmhöhe abzuschneiden. Eine zweite, maßvoll dosierte Düngergabe im Frühsommer und seltenere, dafür wirklich durchdringende Bewässerung schützen vor Trockenstress. Kleine Lücken in der Rasenfläche lassen sich in diesem Sommermonat noch gut durch eine Nachsaat beheben.

5 Anzeichen dafür, dass Ihr Rasen professionelle Hilfe benötigt

  1. großflächige Kahlstellen
  2. dichter Filz oder Moos
  3. starke Verunkrautung
  4. Verdichtungszeichen wie Pfützen
  5. ein sehr harter Boden

Gerade dann, wenn sich mehrere dieser Anzeichen zeigen, sind professionelle Maßnahmen wie intensives Vertikutieren des Rasens, ein Lüften des Rasens sowie gegebenenfalls eine Neuansaat sinnvoll. Eine automatische Gartenbewässerung lohnt sich vor allem bei größeren, unterteilten oder hanglagigen Flächen, wenn der manuelle Gießaufwand dauerhaft zu hoch ist oder eine gleichmäßige Versorgung mit mehreren Zonen und Steuerung nach Zeit oder Witterung gewünscht wird. Hilft gar nichts, können Sie, wenn der Juni nicht zu heiß ist, auch noch Rollrasen verlegen. Allerdings wäre es hier besser, bis zum Frühherbst zu warten und diese Aufgabe in die Gartenarbeiten im September zu integrieren. 



Gartenarbeit im Juni: Jetzt werden Wasser- und Bodenmanagement besonders wichtig

Der größte Fehler, den Gartenbesitzer im Frühsommer machen, ist, immer mal wieder ein bisschen zu gießen. Das Wasser bleibt dann nur in den obersten Zentimetern, die Pflanzen wurzeln zu flach und reagieren umso empfindlicher auf Hitze und Trockenheit. Fachlich empfohlen wird, seltener, dafür durchdringend zu gießen, sodass das Wasser in den eigentlichen Wurzelraum vordringt und dort gespeichert wird. Als grobe Richtwerte gelten bei einem Beet etwa 10 bis 15 Liter Wasser pro Quadratmeter, bei stärkerer Hitze oder auf sehr durchlässigen Böden im übrigen Garten auch 20 bis 25 Liter pro Quadratmeter.

Wann sollte ich meinen Garten gießen?

Der optimale Gieß-Zeitpunkt ist im Juni der frühe Morgen. Denn da sind die Böden noch kühl, die Verdunstung ist gering, das Wasser kann in Ruhe versickern und die Blätter trocknen im Tagesverlauf wieder ab. Abendliches Gießen erhöht die Zeit, in der Blätter und Boden länger feucht sind und davon profitieren Pilze und Schnecken. Mit dem Spatentest können Sie prüfen, ob Sie wirklich gießen müssen. Dabei setzen Sie den Spaten an und graben etwa 15 bis 20 Zentimeter in die Tiefe. Ist die Erde hier feucht, dann ist alles in Ordnung. Wenn Sie Ihren Rasen mit einem Sprenger gießen, dann stellen Sie ein leeres Glas in den Sprengbereich. Ist das Glas etwa 1,5 Zentimeter voll, dann hat der Boden genug Möglichkeit gehabt, Wasser aufzunehmen.

Pflanzenschutz im Frühsommer

Problemtypische Situation im JuniDas können Sie tunHinweise
Blattläuse
  • besiedeln bevorzugt frische Triebspitzen an Rosen, Obstgehölzen und Gemüse
  • Kolonien sitzen dicht an Stielen und Blattunterseiten
  • leichten bis mittleren Befall kann man mit einem kräftigen Wasserstrahl von unten nach oben abspritzen
  • anschließend Nützlinge fördern oder gezielt ausbringen (z. B. Marienkäfer- oder Florfliegenlarven)
  • naturnahe Gärten mit Nistplätzen und Blühangeboten regulieren Blattlauspopulationen oft von selbst
  • chemische Mittel schaden Nützlingen auch und sollten vermieden werden
  • umweltverträgliche Wirkstoffe gegen Blattläuse sind z. B. Rapsöl oder Kali-Seife [1]
Echter Mehltau
  • tritt bei warmen Tagen und kühlen Nächten verstärkt auf, v. a. an Rosen, Zierpflanzen, Beeren und Gemüse
  • Blätter zeigen weißen, mehligen Belag
  • stark befallene Blätter entfernen und im Restmüll entsorgen
  • bei frühem Befall vorbeugend mit einer Mischung aus Wasser und Frischmilch (8:1) spritzen
  • die Pflanzen insgesamt luftiger und weniger stickstoffbetont halten
  • Echter Mehltau mag trockene Blattoberflächen und warmes Wetter
  • dichte Bestände, späte Abendbewässerung und übertriebene Stickstoffdüngung begünstigen ihn zusätzlich
Schnecken
  • nach Gewittergüssen und in feucht-warmen Nächten massiv unterwegs
  • besonders gefährdet sind junge Gemüse- und Staudenpflanzen
  • empfindliche Kulturen durch trockene, grobe Mulchmaterialien (z. B. gehäckseltes Stroh, grobe Holzfasern) unattraktiver machen
  • Barrieren einsetzen und gezielt absammeln
  • chemische Schneckenkorn-Anwendungen treffen im Garten nützliche Tiere
  • eine Kombination aus Standortwahl, Barrieren, Nützlingsförderung und Absammeln gilt als ökologisch sinnvollster Ansatz
Gemüsefliegen (Möhren-, Zwiebelfliegen u. ä.)
  • legen im Frühsommer ihre Eier in die Nähe der Wirtspflanzen
  • Larven fressen später an Wurzeln bzw. Zwiebeln
  • Reihen mit engmaschigen Kulturschutznetzen abdecken [2]
  • Ränder sorgfältig schließen
  • Netze während der Hauptflugzeit konsequent auf den Beeten belassen
  • Kulturschutznetze wirken rein mechanisch, kommen ohne Wirkstoffe aus und schützen gleichzeitig vor mehreren Schaderregern
  • wichtig ist die frühe und lückenlose Abdeckung, bevor die ersten Fliegen Eier ablegen

Was kann ich im Juni für die Tiere in meinem Garten tun?

Spätestens ab dem Juni brauchen die wildlebenden Tiere in Ihrem Garten vor allem Wasser, Schatten und Versteckmöglichkeiten. Eine oder mehrere flache Wasserstellen mit rauem Rand oder mehreren Steinen zum sicheren Landen in der Mitte versorgen Vögel, Insekten und Kleinsäuger zuverlässig mit Trinkwasser. Dichte Hecken, hohe Stauden, Laub- und Totholzhaufen oder ein kleiner Holzstapel schaffen kühle Rückzugsorte und Lebensraum, in dem Insekten, Igel, Amphibien und Vögel Schutz und Nahrung finden. Eine vielfältige, möglichst heimische Bepflanzung mit Blüten von Frühjahr bis Herbst, kombiniert mit etwas gewollter Unordnung und dem Verzicht auf chemische Pflanzenschutzmittel, sorgt dafür, dass Bienen, Schmetterlinge, Käfer und Vögel Ihren Garten als stabilen Lebensraum nutzen und im Gegenzug ganz nebenbei Blattläuse, Schnecken und andere Schädlinge im Zaum halten.

VORSICHT:
Moderne Gartentechnik wie ein Mähroboter kann für Tiere zur tödlichen Falle werden. Igel zum Beispiel sind dämmerungs- und nachtaktiv und rollen sich bei Gefahr zusammen. Ein Verhalten, das sie zwar vor natürlichen Feinden schützt, sie aber chancenlos macht, wenn nachts ein Roboter über den Rasen fährt. Wenn überhaupt, dann sollten Sie einen Mähroboter nur tagsüber laufen lassen, bei guter Sicht und möglichst nicht im Hochgras, denn das dient vielen Tieren als Tagesversteck. Sie werden dann verstümmelt oder tödlich verletzt. [3]

Sollten Sie allerdings feststellen, dass ein Waschbär in Ihrem Garten wohnt, dann sollten Sie Maßnahmen ergreifen, um diesen davon abzuhalten, ins Haus einzudringen. Hierzu kann man zum Beispiel spezielle Blechmanschetten an den Bäumen anbringen und darauf achten, dass kein Zugang zum Dach besteht. Sie dürfen einen Waschbären aber weder fangen noch jagen und schon gar nicht töten. Maßnahmen dieser Art sind ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. Zudem können Sie der Wilderei angeklagt werden.



Fazit

Der Juni gehört zu den arbeitsreichsten, aber auch schönsten Monaten im Gartenjahr. Lange Tage, warme Temperaturen und viel Licht lassen Ihren Garten jetzt in voller Pracht erscheinen. Trotzdem braucht er gerade jetzt im Frühsommer regelmäßig Pflege und Aufmerksamkeit. Doch der Einsatz lohnt sich, denn wenn Sie Ihren Garten im Juni gut versorgen, schaffen Sie die beste Grundlage für eine reiche Ernte im Sommer und Herbst. Besonders im Gemüsegarten ist Konsequenz gefragt, weil nicht nur Gemüse, Kräuter und Beeren vom günstigen Wachstumsklima profitieren, sondern auch Unkraut und Schädlinge. Greifen Sie am besten zu natürlichen Mitteln wie Absammeln, Mulchen, Mischkultur, Pflanzenjauchen oder der Förderung von Nützlingen. So schützen Sie Bodenleben, Bestäuber und andere Tiere im Garten und können Obst, Gemüse und Kräuter später unbedenklich ernten.

Gartenarbeiten im Juni: Häufig gestellte Fragen

Was muss ich im Juni bei Balkonpflanzen beachten? 

Auf dem Balkon ist im Juni der Übergang von der Pflanz- zur Pflegephase. Balkonpflanzen in Kästen und Kübeln brauchen nun regelmäßige Wassergaben. An warmen Tagen meist täglich, bei Hitze auch zweimal am Tag, idealerweise morgens und bei Bedarf auch abends, jeweils direkt in den Wurzelbereich und nicht auf die Blätter. Da der Startdünger, der häufig in Blumenerde bereits eingebracht wurde, nach ein paar Wochen verbraucht ist, sollten Sie jetzt gerade auf dem Balkon über das Gießwasser ein wenig nachdüngen und verblühte Blütenstände konsequent entfernen. Parallel dazu lohnt es sich, schwache oder ungünstig kombinierte Pflanzen gezielt zu ersetzen.

Wie erkenne ich, ob meine Pflanzen zu viel oder zu wenig Wasser bekommen?

Viele Symptome von Über- und Unterwässerung sehen ähnlich aus wie zum Beispiel hängende Blätter. Der entscheidende Unterschied ist der Zustand der Erde, den Sie immer zuerst prüfen sollten, bevor Sie gießen. Fühlt sich die Erde feucht oder gar nass an und die Pflanze hängt trotzdem schlaff, ist zu viel Wasser das Problem, ist die Erde hingegen trocken und hart, braucht die Pflanze dringend Wasser. 

Was braucht mein Teich im Juni?

Wichtig für den Gartenteich ist im Frühsommer vor allem eine stabile Wasserqualität mit ausreichend Sauerstoff. Kontrollieren Sie daher regelmäßig den Wasserstand und die Klarheit. Entfernen Sie überschüssigen Pflanzenwuchs und abgestorbene Pflanzenteile und füllen Sie verdunstetes Wasser in kleineren Portionen mit möglichst temperiertem, nicht zu hartem Wasser nach, um Algenblüten und Stress für die im Teich lebenden Tiere zu vermeiden.

Quellen

[1] „Blattläuse: Unbeliebte Gartenbesucher“. Umweltbundesamt, www.umweltbundesamt.de/umwelttipps-fuer-den-alltag/blattlaeuse-unbeliebte-gartenbesucher. Zugegriffen 7. Mai 2026.

[2] „Kulturschutznetze: Regierungspräsidium Gießen – Dezernat Pflanzenschutzdienst“. Rp-giessen.de, pflanzenschutzdienst.rp-giessen.de/pflanzenschutzinfothek/allg-pflanzenschutz/kulturschutznetze/. Zugegriffen 7. Mai 2026.

[3] Bajramovic, Melinda. „Tipps für einen igelfreundlichen Garten“. Igel in Bayern, 18. März 2015, www.igel-in-bayern.de/tipps-fuer-einen-igelfreundlichen-garten/. Zugegriffen 7. Mai 2026.

Über unsere*n Autor*in
Simone Blaß
Simone Blaß verfügt über mehr als 30 Jahre Berufserfahrung und berichtet seit mehr als fünf Jahren verstärkt über Garten- und Bauthemen. Ihr Ziel ist es, auch anspruchsvolle Inhalte anschaulich und praxisnah aufzubereiten. Unter anderem führt sie Interviews mit Experten von Verbänden und Hochschulen, um den Lesern verlässliche Orientierung und praxisnahe Tipps für ihre eigenen Gartenprojekte zu bieten. Als Senior-Online-Redakteurin bei Gartenbau.org verfasst die studierte Journalistin Beiträge über alles, was Gärten schöner und funktionaler gestaltet, von der Baumpflege über die Gestaltung von Beeten und Pflanzungen bis zu anspruchsvollen Projekten rund um Brunnen- oder Terrassenbau. Durch ihren eigenen Garten, den sie seit über zehn Jahren pflegt, kennt die Redakteurin die Herausforderungen und Bedürfnisse von Gartenbesitzern aus erster Hand und kann so Inhalte liefern, die direkt auf die Praxis zugeschnitten und leicht umsetzbar sind.