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Gartenpflege

Gartenarbeiten im August: Die wichtigsten Aufgaben im Überblick

Simone Blaß
Verfasst von Simone Blaß
Zuletzt aktualisiert: 14. August 2026
Lesedauer: 28 Minuten
© Andreas Steidlinger / istockphoto.com

Obst und Gemüsepflanzen liefern im August reichlich Ertrag, während Rasenflächen, Stauden, Gehölze und Kübelpflanzen unter hohen Temperaturen und längeren Trockenperioden leiden können. Besonders an sonnigen Standorten trocknet der Boden schnell aus, sodass eine gezielte Wasserversorgung auch hinsichtlich des Klimawandels immer wichtiger wird. Gleichzeitig beginnt bereits die Vorbereitung auf die kommenden Wochen. Abgeerntete Beete können neu bestellt werden, einige Gemüsearten eignen sich noch für eine späte Aussaat und bei Stauden sowie Gehölzen stehen verschiedene Pflegearbeiten an. Wer regelmäßig kontrolliert, wie feucht der Boden ist, reifes Obst und Gemüse rechtzeitig erntet und freie Flächen sinnvoll nutzt, schafft gute Voraussetzungen für einen gepflegten Garten bis in den Herbst hinein. Mit den passenden Gartenarbeiten lassen sich im August nicht nur Trockenschäden vermeiden, sondern auch die Erntezeit lässt sich mit ein bisschen Pflege um einiges verlängern.

Alles auf einen Blick: 

  • Verblühte Stauden und Kräuter sollten im August zurückgeschnitten werden, damit sie neue Triebe bilden und ihre Kraft nicht unnötig in die Samenbildung stecken.
  • Bei Obstbäumen werden im Hochsommer Wasserschosse und ungünstig wachsende Triebe entfernt. So gelangen mehr Licht und Luft in die Krone.
  • Im August sollte lieber seltener und dafür gründlich gegossen werden, damit das Wasser auch tiefere Bodenschichten erreicht und die Pflanzen kräftigere Wurzeln entwickeln. Regelmäßiges Hacken lockert den Boden zusätzlich auf. Eine Mulchschicht aus Stroh oder Rasenschnitt hilft dabei, die Feuchtigkeit länger im Boden zu halten.
  • Ein brauner Rasen ist bei anhaltender Sommerhitze kein Grund zur Sorge, denn die Gräser gehen bei Trockenheit in eine Ruhephase und können sich nach ausreichendem Regen wieder erholen.
  • Für die Gemüsesorten, die sich Wintergemüse nennen, ist jetzt der richtige Zeitpunkt zum Säen bzw. die optimale Pflanzzeit. So können sich die Pflanzen bis zum Herbst ausreichend entwickeln und je nach Sorte noch im Winter oder im zeitigen Frühjahr geerntet werden.

Die 3 wichtigsten Gartenarbeiten im August

  1. Wasser sparen und gezielt gießen
  2. Beete neu nutzen und Pflanzung entsprechend vornehmen
  3. Pflanzen zurückschneiden und pflegen

1. Wasser sparen und gezielt gießen

Bei Hitze und Trockenheit im Garten brauchen vor allem Gemüse, Kübelpflanzen, junge Gehölze und frisch gesetzte Pflanzen ausreichend Wasser und einen aufgehackten Boden, der mehr speichern kann. Am besten morgens und sehr durchdringend gießen, dann genügt auch jeder zweite Tag. Auf diese Weise kann das Wasser tiefer eindringen, was die Wurzeln dazu bringt, ebenfalls tiefer zu gehen. Ein eingewachsener Rasen darf dagegen zeitweise braun werden und muss nicht dauerhaft bewässert werden.

2. Beete neu nutzen und Pflanzung entsprechend vornehmen

Tomaten, Zucchini, Bohnen, Beeren und viele weitere Kulturen sind jetzt erntereif. Frei werdende Beete können direkt für Herbstgemüse oder schnelle Kulturen wie Radieschen, Feldsalat, Spinat und verschiedene Salate genutzt werden. Auch die Pflanzung von Erdbeeren macht jetzt Sinn. 

3. Pflanzen zurückschneiden und pflegen

Verblühte Stauden und Sommerblumen können zu diesem Zeitpunkt im Gartenjahr zurückgeschnitten werden, damit sie teilweise noch einmal austreiben oder nachblühen. Auch bei Beerensträuchern, Hecken und einigen Gehölzen stehen je nach Art vorsichtige Pflegeschnitte an. Kranke und vertrocknete Pflanzenteile sollten Sie immer entfernen. Denken Sie aber daran, dass ein richtiger Heckenschnitt zum Schutz der Tiere nicht vor dem 1. Oktober erlaubt ist.[1]

SCHON GEWUSST
Feigenbäume bekommen in unseren Gefilden zwar oft Früchte, diese reifen aber nicht aus. Dem können Sie entgegenwirken. Da ein Feigenbaum solange es warm bleibt, immer weiter austreibt, sollten Sie die oberen frischen Triebe und auch ein paar einzelne Früchte am oberen Ast entfernen. So geht die Kraft in die bereits vorhandenen Früchte und die Chancen stehen besser, dass Sie dann auch mal reife Feigen ernten können. 

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Diese 3 Fehler sollten Sie bei der Gartenarbeit im August vermeiden

  1. Vertikutieren: Das Vertikutieren des Rasens ist einer der größten Fehler, die Sie im August machen können und bewirkt genau das Gegenteil von dem, was man eigentlich erreichen möchte. Denn beim Vertikutieren wird die Grasnarbe senkrecht eingeritzt. Dadurch wird der schützende Filz entfernt und der Boden liegt plötzlich nackt und ungeschützt da, Feuchtigkeit verdunstet dann ganz schnell und die hitzegestressten Rasenwurzeln verbrennen. Der freigelegte Boden heizt sich dann extrem auf, und die restliche Feuchtigkeit verdunstet im Eiltempo. Die ohnehin hitzegestressten Rasenwurzeln verbrennen schlichtweg. Der optimale Vertikutierungszeitpunkt ist bei der Gartenarbeit im April oder im September.
  2. falsche Bewässerung: Wenn Sie an den Kosten für eine Gartenbewässerung sparen und nicht regelmäßig Zeit haben, den Garten ausführlich zu gießen, sollten Sie trotzdem nicht den Fehler machen, Pflanzen täglich nur oberflächlich zu bewässern. Kleine Wassermengen erreichen häufig lediglich die oberen Zentimeter des Bodens und fördern eine flache Wurzelbildung. Bei Hitze trocknet diese Bodenschicht besonders schnell aus. Besser ist es, seltener, dafür aber durchdringend und möglichst am frühen Morgen zu gießen. Das gilt vor allem für Gemüsebeete, Kübelpflanzen und frisch gepflanzte Gehölze.
  3. Düngeverhalten nicht anpassen: Eine starke Gründüngung im August kann mehr schaden als nutzen. Vor allem stickstoffreiche Dünger regen Pflanzen zu kräftigem, aber weichem Neuaustrieb an. Bei mehrjährigen Stauden, Gehölzen und anderen überwinternden Pflanzen besteht dann die Gefahr, dass die jungen Triebe bis zum Herbst nicht ausreichend ausreifen und empfindlicher gegenüber Frost werden. Gegen Ende des Sommers sollte deshalb nicht mehr pauschal mit stickstoffbetonten Volldüngern gedüngt werden. Ob überhaupt noch Nährstoffe notwendig sind, hängt von der jeweiligen Pflanzenart ab. Für Pflanzen, die auf eine Herbstdüngung angewiesen sind, eignen sich gezielt darauf abgestimmte, kaliumbetonte Dünger besser als eine weitere starke Stickstoffgabe.


Darf der Rasen im August braun werden?

Ein gut angewachsener Rasen muss im August nicht dauerhaft grün gehalten werden. Bei längerer Hitze und Trockenheit können viele Rasengräser in eine natürliche Trockenruhe gehen. Dabei stellen sie ihr Wachstum weitgehend ein und die Halme verfärben sich braun, während die Pflanzen im Boden weiterleben und nach ausreichendem Regen auch sofort wieder austreiben. Auf eine regelmäßige Bewässerung großer Rasenflächen kann bei der Rasenpflege im Sommer deshalb in vielen Fällen verzichtet werden, was gerade in trockenen Hochsommerphasen wertvolle Wasserressourcen einspart. Vorrang bei der Bewässerung sollten empfindlichere Pflanzen, junge Gehölze, frisch gesetzte Pflanzen und Nutzpflanzen haben. Wer seinen Rasen dennoch grün halten möchte, sollte ihn möglichst selten, dafür aber durchdringend und in den kühleren Morgenstunden wässern. Frisch ausgesäter Rasen und neu verlegter Rollrasen benötigen aber auch weiterhin eine zuverlässige Wasserversorgung, um richtig anzuwachsen.

Vertrockneter Rasen bei Sommerhitze mit zwei weißen Gartenstühlen aus Metall.
Ein brauner Rasen ist nicht tot, sondern lediglich in Trockenruhe – sobald es wieder regnet, erholt er sich © Imagesines / istockphoto.com

Mit dem Düngen sollten Sie auch vorsichtig sein, vor allem bei Hitze. Wenn die Witterung gegen Ende August kühler wird, können Sie auf einen sogenannten Herbstdünger umstellen. Er enthält Kalium und stärkt die Gräser vor dem ersten Frost. Ein Fachbetrieb kann Sie hierzu ausführlich beraten und Ihren Garten so düngen, dass nichts verbrennt und stattdessen alles in voller Blüte und in schönstem Grün strahlt. 

Was gibt es bei den Obstbäumen zu tun?

  • tiefgründig statt häufig gießen: alle 5 bis 7 Tage durchdringend gießen als täglich ein bisschen. Das bedeutet, 100 bis 200 Liter pro ausgewachsenem Baum. [2] Am besten drosseln Sie das Wasser am Schlauch etwas, damit es leichter an der gewollten Stelle in den Boden dringen kann und lassen es dann eine halbe Stunde laufen. Das Wasser muss mindestens 30 bis 40 Zentimeter tief in den Boden dringen, um die Feinwurzeln zu erreichen.
  • Gießbereich richtig wählen: Das Wasser gehört nicht direkt an den Stamm, sondern unter die gesamte Krone, denn die aktiven Saugwurzeln sitzen alle in diesem Bereich.
  • Baumscheibe mulchen: Eine Schicht aus Rindenmulch, Rasenschnitt oder Stroh hält die Feuchtigkeit im Boden und schützt das Bodenleben vor extremer Hitze. Mehr als drei Zentimeter sollte die Mulchschicht allerdings nicht sein, da sich sonst Schimmel bilden kann.
  • Sommerschnitt durchführen: Entfernen Sie steil nach oben wachsende Wassertriebe sowie dicht stehende Äste und sich gegenseitig Raum nehmende Seitentriebe. Das nimmt dem Baum unnötige Verdunstungsfläche, leitet Energie in die Fruchtbildung und bringt Licht an die verbleibenden Früchte.
  • überlastete Äste abstützen: Bei starkem Fruchtbehang drohen Äste unter dem Gewicht zu brechen, besonders wenn das Holz durch Trockenheit spröde ist. Sichern Sie schwer beladene Äste rechtzeitig mit Astgabeln oder Seilen.
  • Fruchtbehang auslichten: Entfernen Sie beschädigte, von Schädlingen befallene oder klein gebliebene Früchte. Das entlastet den Baum und verbessert die Qualität der restlichen Ernte.

Diese Obstbäume sollten Sie im August schneiden

  • Steinobst wie Süßkirschen, Sauerkirschen, Pflaumen oder Zwetschgen: Steinobst neigt bei Winterschnitt stark zu Harzfluss und Pilzinfektionen. Im Spätsommer schließen sich die kleinen Wunden, die durch das Schneiden entstehen, schneller. Kirschen schneidet man am besten direkt während oder kurz nach der Ernte, nicht aber, wenn Blüten am Baum sind.
  • starkwüchsige Apfel- und Birnenbäume: Ein Winterschnitt regt das Wachstum nur noch mehr an. Der Sommerschnitt bremst den Baum ab, weil ihm Blätter genommen werden. Er investiert seine Kraft dann nicht in neue Triebe, sondern in die Blütenknospen für das nächste Jahr.
  • Spindelobst, Säulenobst und Erziehungsschnitt: Bei kompakten Wuchsformen ist das Lichtangebot im Kroneninneren entscheidend für die Ausfärbung der Früchte.

Ernte-Finale im Gemüsegarten

Jetzt lohnt sich die Mühe, die man im Juni in die Gartenarbeit gesteckt hat und vor allem Tomaten, Gurken und Zucchini bereichern den Speiseplan: 

  • Bei den Tomaten signalisiert eine intensive, sortentypische Färbung die ideale Pflückreife. Anstatt die roten Früchte einfach vom Strauch zu reißen, knickt man sie am besten an der kleinen, vorgegebenen Verdickung des Stiels, dem sogenannten Knickgelenk, nach oben ab. Geerntet wird idealerweise am späten Vormittag nach dem Abtrocknen des Morgentaus, um das Aroma zu sichern und Fäulnis bei Feuchtigkeit zu vermeiden. Drohen im Spätsommer plötzliche Kälteeinbrüche, können auch noch grün-gelbe Früchte abgenommen werden, die man dann im Haus nachreifen lassen kann.
Grün-gelb gestreifte Zebra-Tomaten reifen an der Tomatenpflanze.
Es kommt immer auf die Sorte an: Nicht alle Tomaten sind rot, wenn sie erntereif sind © v_zaitsev / istockphoto.com
  • Auch bei Gurken ist im August Fingerspitzengefühl gefragt, da Hitze und Trockenheit den Pflanzen zu schaffen machen. Sobald die Schale gleichmäßig gefärbt ist und sich die Frucht fest anfühlt, ist der perfekte Zeitpunkt für die Ernte erreicht. Ein gelblicher Schimmer an der Schale zeigt hingegen an, dass die Gurke bereits überreif, wässrig und oft bitter ist. Um die empfindlichen Ranken der Pflanzen nicht zu beschädigen, werden auch Gurken niemals abgerissen, sondern immer mit einer scharfen Schere oder einem Messer sauber abgeschnitten.
Große grüne Heuschrecke auf einer Gurke mit gelber Blüte im Garten.
Haupterntezeit für Gurken ist im August, denn spätestens mit den ersten kalten Septembernächten stellt die Pflanze das Wachstum ein © Andrey Abryutin / istockphoto.com
  • Ein völlig anderes Erntemanagement als Tomaten oder Gurken verlangen Zucchini, bei denen im Hitzesommer das Prinzip Klasse vor Masse gilt. Wer wartet, bis die Früchte riesig werden, riskiert schwammiges Fruchtfleisch und große, harte Samenkerne. Die geschmacklich besten Ergebnisse erzielen Gärtner bei einer Fruchtlänge von etwa 15 bis 20 Zentimetern, wobei der Schnitt stets mit einem sauberen Messer direkt am Stielansatz erfolgen sollte, um die Pflanze nicht auszureißen.
SO ERKENNEN SIE EINE GIFTIGE ZUCCHINI
Legen Sie sich vor der Zubereitung ein kleines Stück Zucchini auf die Zungenspitze. Schmeckt das Gemüse sehr bitter, dann spucken Sie es sofort wieder aus. Sie dürfen die Frucht dann nicht mehr essen, weil sie Giftstoffe entwickelt hat. Diese sogenannten Cucurbitacine sind hitzebeständig und weder Kochen noch Braten, Backen oder Einfrieren zerstören das Gift, das nicht zu unterschätzen ist. Sollten Sie nach dem Verzehr einer Zucchini Übelkeit verspüren, es zu Erbrechen oder Durchfall kommen, sollten Sie sich sofort ärztliche Hilfe suchen. Denn Cucurbitacine können tödlich sein. [3]

Diese Wintergemüse können Sie im August noch aussäen

  • Feldsalat
  • Spinat
  • Radieschen
  • Rettich
  • Rucola

Der frei werdende Platz im Gemüsebeet gehört jetzt der Aussaat von schnell wachsenden Sorten und Wintergemüse, auch winterharte Kräuter wie den Salbei können Sie jetzt aussäen. Die Augustsonne hat allerdings noch enorm viel Kraft. Keimlinge, die einmal austrocknen, sind unwiderruflich verloren. Halten Sie die Saatreihen daher durch feines Brausen – am besten morgens und abends – durchgehend feucht. Ein leichtes Vlies oder eine hauchdünne Schicht Rasenschnitt über den Saatreihen hilft, die Feuchtigkeit nach dem Säen im Boden zu halten.



Warum soll man Erdbeeren im August pflanzen?

Erdbeeren legen ihre Blütenknospen für das nächste Jahr bereits im Herbstan und zwar sobald die Tage kürzer werden und damit die Pflanze dafür überhaupt genügend Kraft hat, muss sie bis dahin ein starkes Wurzelwerk und reichlich Blattmasse entwickelt haben. Sonst fehlt die Zeit zur Knospenanlage und die erste Ernte fällt ziemlich mager aus. Da die Jungpflanzen noch keine tiefen Wurzeln haben, müssen Sie das Beet in den ersten 2 bis 3 Wochen durchgehend gleichmäßig feucht halten. Trocknen die Keimlinge in der Augustsonne auch nur für wenige Stunden komplett aus, sterben die feinen Haarwurzeln ab. Arbeiten Sie am besten reichlich reifen Kompostflach ein. Vermeiden Sie frischen Mist oder rein mineralischen Dünger, denn der verbrennt die feinen Wurzeln.

SCHON GEWUSST
Das Herzder Erdbeere, also der grüne Knospenansatz in der Mitte, muss nach dem Festdrücken der Erde exakt auf Höhe der Erdoberfläche sitzen. Setzen Sie das Gewächs zu tief, dann verfault das Herz in der feuchten Erde, setzen Sie es zu hoch, dann liegen die Wurzeln frei und die Pflanze trocknet aus.

Ziergarten: Jetzt zahlt sich Extra-Zuwendung aus

Die Kombination aus sengender Hochsommerhitze und der bereits spürbaren Vorbereitung der Pflanzen auf den Herbst macht den Monat August zu einem wichtigen Monat im Gartenjahr, bei dem bereits die Weichen gestellt werden können für die kommenden Jahreszeiten. Wer jetzt geschickt eingreift, schützt seine Prachtstauden vor dem vorzeitigen Verdorren, sichert sich eine verlängerte Farbachse bis in den Spätherbst hinein und damit auch zahlreichen Insekten noch Futter, wenn vieles bereits beginnt zu verblühen. Neben der täglichen Wassergabe in den kühlen Morgenstunden stehen nun gezielte Pflegemaßnahmen im Fokus, die den Pflanzen die nötige Kraft zurückgeben. Und sie so auch fit machen für das nächste Jahr. 

Verblühtes kappen für die zweite Blüte

Ein gezielter Rückschnitt im August kann bei vielen Sommerstauden eine zweite Blüte fördern. Werden verwelkte Blütenstände rechtzeitig entfernt, steckt die Pflanze weniger Energie in die Samenbildung und kann stattdessen neue Triebe und Blütenknospen entwickeln. Dieser sogenannte Remontierschnitt sorgt bei geeigneten Arten häufig dafür, dass sie im Spätsommer erneut blühen. Wie stark zurückgeschnitten werden sollte, hängt von der jeweiligen Staude ab. Teilweise reicht es aus, lediglich verblühte Blütenstände zu entfernen. Lassen Sie aber immer ein paar Blütenstände stehen, zum einen für die Vögel, zum anderen, um Saatgut fürs nächste Jahr zu gewinnen. 

Zartviolette Blüten der Mexikanischen Zitronenmelisse (Lippia alba) in Nahaufnahme.
Um die Bildung frischer Triebe anzuregen, lohnt sich auch im August bei vielen Kräutern noch ein leichter Rückschnitt © SandroSalomon / istockphoto.com

Stauden teilen: So vermehren Sie Ihre Pflanzen kostenlos

Der Spätsommer eignet sich gut, um bestimmte Stauden zu teilen und auf diese Weise zu verjüngen und zu vermehren. Das bietet sich vor allem bei Pflanzen an, die mit den Jahren sehr groß geworden sind oder deutlich weniger blühen. Frühjahrs- und frühsommerblühende Stauden wie Schwertlilien, Pfingstrosen oder Frauenmantel können je nach Art nach der Blüte geteilt werden. Dazu wird der Wurzelstock zunächst vorsichtig mit einer Grabgabel gelockert und aus dem Boden genommen. Anschließend lässt er sich mit einem scharfen Spaten oder Messer in mehrere Teilstücke teilen. Jedes davon sollte über ausreichend gesunde Wurzeln und mehrere kräftige Austriebe verfügen. Die neuen Pflanzen werden möglichst direkt wieder eingesetzt und anschließend gründlich gewässert. Bei Bedarf kann das Laub etwas eingekürzt werden, damit die Pflanzen weniger Wasser über die Blätter verlieren. In den folgenden Wochen sollte der Boden gleichmäßig feucht bleiben, damit die Stauden bis zum Winter gut einwurzeln können.



Diese 15 Pflanzen überstehen auch Trockenheit und Hitze sehr gut

  1. Storchschnabel: Viele Storchschnabelarten kommen mit sonnigen Standorten und Hitze gut zurecht. Besonders trockenheitsverträglich sind etwa Balkan-Storchschnabel und Blut-Storchschnabel.
  2. Taglilie: Taglilien sind robuste Stauden, die sommerliche Hitze gut vertragen. Eingewachsene Pflanzen überstehen auch trockenere Phasen, wobei eine ausreichende Wasserversorgung die Blütenbildung fördert.
  3. Ruthenische Kugeldistel: Die Ruthenische Kugeldistel eignet sich hervorragend für heiße und trockene Standorte. Sie bevorzugt viel Sonne und durchlässige Böden und benötigt nach dem Anwachsen nur wenig zusätzliche Bewässerung.
  4. Steppen-Salbei: Steppen-Salbei ist an sonnige, warme Standorte angepasst und kommt auch mit trockeneren Böden zurecht. Staunässe verträgt die Staude deutlich schlechter als zeitweilige Trockenheit.
  5. Kupferfelsenbirne: Die Kupferfelsenbirne ist ein robustes Gehölz, das Wärme und vorübergehende Trockenperioden gut verkraftet. Während langer Trockenphasen sollte sie insbesondere auf leichten Böden dennoch gelegentlich bewässert werden.
  6. Kolkwitzie: Die Kolkwitzie gilt als pflegeleicht und hitzerobust. Gut eingewachsene Sträucher können Trockenphasen überstehen, gehören aber nicht zu den ausgeprägtesten Trockenheitsspezialisten.
  7. Kornelkirsche: Die Kornelkirsche ist ein besonders widerstandsfähiges heimisches Gehölz. Ältere Pflanzen kommen durch ihr kräftiges Wurzelsystem sowohl mit Hitze als auch mit längeren trockenen Phasen vergleichsweise gut zurecht.
  8. Lavendel: Lavendel liebt sonnige und warme Standorte. Auf durchlässigen, eher trockenen Böden gedeiht er besonders gut und benötigt nach dem Anwachsen nur wenig zusätzliches Wasser.
  9. Hohe Fetthenne: Die Hohe Fetthenne speichert Wasser in ihren fleischigen Blättern und kann dadurch Trockenperioden gut überstehen. Sie eignet sich besonders für sonnige Beete mit durchlässigem Boden.
  10. Blauraute: Die Blauraute ist hervorragend an heiße und trockene Sommer angepasst. Sie bevorzugt vollsonnige Standorte und magere, gut durchlässige Böden.
  11. Katzenminze: Katzenminze ist eine robuste Staude für sonnige Gartenbereiche. Eingewachsene Pflanzen kommen mit Hitze und vorübergehender Trockenheit gut zurecht und benötigen vergleichsweise wenig Pflege.
  12. Schafgarbe: Schafgarben sind widerstandsfähige Stauden, die sonnige und trockene Standorte bevorzugen. Sie kommen auch mit nährstoffärmeren Böden zurecht und benötigen nach dem Anwachsen wenig zusätzliches Wasser.
  13. Purpur-Sonnenhut: Der Purpur-Sonnenhut verträgt sommerliche Wärme und vorübergehende Trockenheit gut. Bei sehr langen Trockenperioden profitiert er allerdings von zusätzlicher Bewässerung.
  14. Mauerpfeffer: Mauerpfeffer gehört zu den besonders trockenheitsverträglichen Pflanzen. Seine wasserspeichernden Blätter ermöglichen ihm, selbst auf heißen und mageren Standorten mit sehr wenig Wasser auszukommen.
  15. Wollziest: Wollziest eignet sich hervorragend für sonnige und trockene Gartenbereiche. Seine dicht behaarten, silbrigen Blätter reduzieren die Verdunstung und helfen der Pflanze, Hitze und Wassermangel gut zu überstehen.

Wichtig ist aber, dass die Pflanzen, die Hitze gut überstehen sollen, richtig angewachsen sind und sich bereits im Boden verwurzelt haben. Ohne diese Voraussetzung brauchen auch die eigentlich hitzebeständigen Pflanzen alle zwei, drei Tage Wasser. 

Blaue Kugeldisteln blühen zusammen mit Sonnenhut in einem sonnigen Staudenbeet.
Hitzebeständige Pflanzen wie die Distel machen die Gartenpflege im August deutlich leichter © Maryviolet / istockphoto.com

Wie bewässere ich den Garten im August richtig?

Am besten wird der Garten in den frühen Morgenstunden zwischen 4 und 7 Uhr bewässert. Dann ist der Boden noch kühl und weniger Wasser verdunstet. In der Mittagshitze geht dagegen viel Feuchtigkeit verloren, während abendliches Gießen Pilzkrankheiten und Schnecken begünstigen kann. Automatische Bewässerungssysteme sind deshalb besonders im Hochsommer praktisch. Programmierbare Steuerungen und Sensoren übernehmen die Wassergabe zu geeigneten Zeiten und können Rasen und Beete gezielt versorgen – auch dann, wenn Sie mal nicht da sind oder keine Zeit haben. Wichtig ist außerdem, nicht täglich nur oberflächlich zu gießen. Besser ist es, seltener und dafür gründlich zu wässern. Beete benötigen je nach Boden, Pflanzen und Wetter etwa zwei bis drei Wassergaben pro Woche mit rund 20 bis 30 Litern pro Quadratmeter. Für Rasen reichen häufig circa 15 bis 20 Liter pro Quadratmeter und Woche. Versenkregner eignen sich für größere Rasenflächen, Tropfschläuche für Beete. Sie bringen das Wasser direkt an die Wurzeln und halten das Laub trocken. Eine Mulchschicht aus Rasenschnitt, Rindenmulch oder Stroh reduziert zusätzlich die Verdunstung und hält die Feuchtigkeit länger im Boden. 

Die anhaltende Sommerhitze im August verdeutlicht oft den hohen Zeit- und Arbeitsaufwand, den die manuelle Gartenbewässerung erfordert. Spätestens bei der Entscheidung für eine permanente Entlastung durch ein automatisches Bewässerungssystem im Garten ist die Beauftragung eines Fachbetriebs ratsam. Während oberirdische Basislösungen noch in Eigenregie installiert werden können, erfordert der unterirdische Einbau von Versenkregnern und komplexen Tropfrohrsystemen fundiertes Fachwissen. Spezialisierte Fachbetriebe des Garten- und Landschaftsbaus übernehmen hierbei die exakte hydraulische Planung. Sie ermitteln vorab den vorhandenen Wasserdruck sowie die Durchflussrate, um das System in aufeinander abgestimmte Beregnungszonen aufzuteilen. Dies garantiert eine gleichmäßige Wasserverteilung und verhindert eine ineffiziente Ressourcennutzung. Planungsfehler bei der Do-it-yourself-Installation führen hingegen häufig zu unzureichend versorgten Teilflächen, Staunässe oder einem Druckabfall im Gesamtsystem. Der Profi sichert durch fachgerechte Erdarbeiten und präzise Einstellwerte eine langlebige und ökonomische Funktionsweise.

Gartenteich im Hochsommer: Wie kann man Sauerstoffmangel vermeiden?

Entscheidend sind daher Beschattung, Nährstoffreduktion und dauerhafte Belüftung. Denn im Hochsommer kippt ein Gartenteich besonders leicht und das bedeutet: Warmes Wasser speichert weniger Sauerstoff, während Algen, Fische oder Molche und organische Abbauprozesse ihn zusätzlich verbrauchen. 

Welche Maßnahmen helfen dem Teich bei Hitze?

  • Wasserfläche beschatten: Seerosen und eine passende Uferbepflanzung begrenzen die direkte Sonneneinstrahlung. Als grober Orientierungswert sollte etwa ein Drittel der Fläche bepflanzt beziehungsweise beschattet sein. Bei einer Hitzewelle kann zusätzlich ein Sonnenschirm oder Sonnensegel zeitweise helfen.
  • Nährstoffe konsequent austragen: Fadenalgen mit Kescher oder einem dicken Ast vorsichtig herausdrehen. Die entfernten Algen unbedingt aus dem Garten­teich nehmen, denn beim Verrotten gelangen ihre Nährstoffe wieder ins Wasser. Ein Rechen ist bei Folienteichen ungeeignet, weil er die Teichfolie beschädigen kann.
  • Pflanzenreste entfernen: Welke Seerosenblätter, Falllaub, Pollenansammlungen und abgestorbene Pflanzenteile möglichst zeitnah abfischen. Das reduziert den Sauerstoffverbrauch durch Zersetzungsprozesse.
  • Unterwasserpflanzen einsetzen: Arten wie Hornkraut oder Wasserpest nehmen Nährstoffe auf und produzieren bei Tageslicht Sauerstoff. Sie ersetzen aber keine Notfallbelüftung, da sie nachts selbst Sauerstoff verbrauchen.
  • kein oder nur sehr geringer Fischbesatz: Ein dauerhaft technikloser, flacher Teich ist für Fische im Hochsommer meist ungeeignet. Molche, Fische, Futterreste und Ausscheidungen erhöhen die Nährstofflast. Ohne Filter und Belüftung steigt damit das Risiko einer Algenblüte und kritischer Sauerstoffwerte deutlich.
  • Teilwasserwechsel nur überlegt: Den Teich nicht komplett entleeren und auch nicht gründlich sauber machen, denn das stört die Teichbiologie. Wenn nötig, eher portionsweise Wasser ersetzen, 0 bis 20 Prozent genügen. Dabei möglichst weiches, unbelastetes Wasser verwenden und große Temperaturunterschiede vermeiden. So pflegen Sie den Gartenteich und seine Bewohner wie Libellenlarven, Molche oder Fische am besten.

Was muss ich im August bei einem Naturpool beachten?

Der Schwerpunkt bei einem Naturpool oder auch einem Biopool liegt jetzt im Hochsommer auf dem Erhalt der biologischen Reinigungsleistung: Nährstoffeinträge früh entfernen, die Wasserumwälzung kontrollieren und Beläge nicht anwachsen lassen. Anders als beim klassischen Pool werden weder Schockchlorung noch Algizide eingesetzt.

Die Aufgaben in der Übersicht

AufgabeWas im August zu tun istHinweise
Oberfläche säubern
  • Laub, Blüten, Insekten und anderes Treibgut täglich abkeschern
  • Skimmerkorb regelmäßig, bei hoher Belastung täglich leeren
  • organisches Material liefert Nährstoffe und fördert Trübungen sowie Algen
Wasserstand prüfen
  • Verdunstungsverluste kontrollieren und nur die fehlende Menge nachfüllen
  • der Skimmer muss zuverlässig arbeiten können
  • zugleich sollen Wasserwechsel so selten wie möglich durchgeführt werden
Wände und Boden reinigen
  • Biofilm und Beläge an Stufen, Flachzonen und Wänden abbürsten
  • bei Naturpools Boden und Wände mindestens wöchentlich absaugen bzw. mit geeignetem Roboter reinigen
  • das verringert Rutschgefahr und entfernt absetzbare Nährstoffe
Algen herausnehmen
  • Fadenalgen und absterbende Pflanzenteile mechanisch entnehmen und außerhalb des Pools entsorgen
  • Algen und Pflanzenreste dürfen nicht im Becken verrotten, weil sie Nährstoffe wieder freisetzen
Pflanzenzone kontrollieren
  • welke Blätter und Verblühtes entfernen
  • Pflanzen, die Skimmerzulauf oder Wasserwege einengen, zurücknehmen
  • die Regenerationszone bleibt funktionsfähig und der Skimmer kann die Oberfläche erfassen
Technik überprüfen
  • bei intensiver Nutzung, hoher Wassertemperatur oder vielen eingetragenen Pollen und Blättern kann eine frühere Rückspülung erforderlich sein
  • alle drei Monate
  • bei starker Belastung auch häufiger

Kontrollieren Sie im Sommer regelmäßig die Wasserqualität und die Funktion der Anlage. Das gilt vor allem auch dann, wenn Sie einen Schwimmteich angelegt haben. Achten Sie auf Sichttiefe und Wasserfarbe. Eine plötzlich auftretende Trübung oder kräftig grünes Wasser kann auf ein gestörtes biologisches Gleichgewicht hinweisen. Auch Oberflächenfilme, Fadenalgen sowie Beläge auf Stufen oder Wänden sollten Sie im Blick behalten. Prüfen Sie außerdem den Wasserstand und die Durchflussleistung der Anlage sowie die für Ihr System vorgesehenen Wasserwerte. Dazu zählen insbesondere der pH-Wert und die Nährstoffkonzentrationen. Gerade im Sommer kann auch eine regelmäßige Kontrolle des Nitratgehalts sinnvoll sein. Treten Fadenalgen auf, sollten Sie diese zunächst mechanisch entfernen und anschließend nach der Ursache suchen. 

Was brauchen die Tiere im Garten im Hochsommer?

In erster Linie brauchen die Tiere in Ihrem Garten Wasser. Denn durch die immer häufiger anhaltende Hitze versiegen natürliche Pfützen und Bäche, Böden trocknen aus, und die Nahrungssuche wird für die Tiere sehr anstrengend. Da kann Ihr kleines Grün zu einer richtigen Überlebensinsel werden. 

Diese 7 Tipps helfen den Tieren in Ihrem Garten

  • flache Schalen aufstellen: Verteilen Sie Vogel- und Insektentränken (z. B. Ton-Untersetzer) in Ihrem Garten.
  • Rettungsinseln für Insekten herstellen: Legen Sie Steine, Murmeln oder Moos in die Schalen, damit Bienen, Wespen und Schmetterlinge einen sicheren Landeplatz haben und nicht ertrinken. Und wenn Sie einen Bienengarten angelegt haben, dann vergessen Sie nicht, hier immer dafür zu sorgen, dass etwas blüht.
  • Bodentränken für Igel verteilen: Stellen Sie flache Wasserschalen direkt auf den Boden und idealerweise in die Nähe von Gebüschen.
  • strikte Hygiene-Regel einhalten: Tauschen Sie das Wasser bei Hitze täglich aus, da sich im warmen Wasser gefährliche Salmonellen oder Trichomonaden (Erreger von Vogelkrankheiten) rasend schnell vermehren.
  • Zusatzfutter für Igel und Vögel: Da sich Regenwürmer und Schnecken bei steinhartem Boden tief verziehen, können Sie Igeln eine Schale mit hochwertigem, getreidefreiem Katzen-Trockenfutter (hoher Fleischanteil) anbieten. Auch Amseln freuen sich über Zusatzfutter. Lassen Sie am besten ein paar Samenstände stehen, um Vögeln Nahrung zu bieten.
  • Dickicht als Klimaanlage nutzen: Lassen Sie dichte Hecken, Laub- und Totholzhaufen sowie hohes Gras stehen, da es darunter oft viele Grad kühler ist als auf freien Flächen.
  • kühles Kleinklima schaffen: Mulchen Sie Ihre Beete oder wässern Sie abends auch schattige Bereiche unter Sträuchern um Insekten und Amphibien das Überleben zu sichern.

Vermeiden Sie im August diese 3 Gefahren für die Tiere in Ihrem Garten

  • Mähroboter sollten niemals in der Dämmerung oder nachts laufen, da sie gerade für Igel eine große Gefahr darstellen.
  • Decken Sie offene Wassertanks gut ab, damit kein Tier auf der Suche nach Wasser hineinfallen kann. Da es keinen Ausstieg gibt, wäre das eine tödliche Falle.
  • Igeln sollten Sie niemals Kuhmilch geben, da dies zu tödlichem Durchfall führen kann. Diese Tiere brauchen auch als Jungtiere nichts anderes als frisches Wasser. [4]
ACHTUNG
Soldatenfliegenlarven und Mehlwürmer liefern Igeln zwar viel Energie und wichtige Nährstoffe. Da das Kalzium-Phosphor-Verhältnis bei beiden Futtermitteln allein jedoch nicht optimal ist, kann eine Mischung aus vier Teilen Mehlwürmern und einem Teil Soldatenfliegenlarven zu einem ausgewogeneren Verhältnis beitragen und damit ernährungsbedingten Knochenproblemen vorbeugen. Eine gute und einfache Alternative ist auch Trockenfutter für Kitten mit einem hohen Fleischanteil. [5]

Wieso ist das Fallobst so wichtig? 

Fallobst bietet zahlreichen Tieren Nahrung, denn in und an den Früchten finden sich Maden, Würmer, Käfer und andere Insekten, die unter anderem von Igeln und Vögeln gefressen werden. Auch Schmetterlinge nutzen gärende Früchte. Lassen Sie deshalb einige Fallfrüchte zunächst unter dem Baum liegen. Erst bei sichtbarem Schimmel oder starker Fäulnis sollten Sie sie aufsammeln. [6]

Welche Schädlinge sind im August besonders aktiv?

Im August treten je nach Witterung besonders häufig Blattläuse, Weiße Fliegen, Spinnmilben, verschiedene Raupen sowie Schnecken auf, wobei Spinnmilben vor allem von trocken-heißem und Schnecken von feuchtem Wetter profitieren.

Regelmäßige Kontrollen

der Blattunterseiten und jungen Triebe helfen dabei, einen Befall früh zu erkennen. Denken Sie aber immer daran, dass sich zum Beispiel Vögel, Fledermäuse und Igel von Insekten ernähren. Ein paar Schädlinge sind also wichtiges Futter für Tiere, die Sie in Ihrem Garten haben möchten. Wird der Befall allerdings zu groß, dann sollten Sie ihm immer mechanisch, also zum Beispiel durch Absammeln, oder mit schonenden natürlichen Mitteln entgegenwirken. Ein Fachbetrieb erkennt beginnenden Schädlingsbefall oder Pilzerkrankungen frühzeitig und leitet sofort wirksame Gegenmaßnahmen ein, bevor bleibende Schäden entstehen.



Fazit

Der August ist kein Monat zum Zurücklehnen, sondern nimmt im Gartenkalender eine Schlüsselrolle ein. Die oberste Priorität liegt jetzt auf der bedarfsgerechten Bewässerung und dem Schutz der Pflanzen vor Hitzestress. Gleichzeitig sollten Verblühtes zurückgeschnitten, Lücken in den Gemüsebeeten für die Nachsaat genutzt und Schädlinge regelmäßig kontrolliert werden. Auch die Tiere im Garten benötigen bei Hitze und Trockenheit Unterstützung. Flache Wasserstellen bieten Vögeln und Insekten eine wichtige Trinkmöglichkeit, während einzelne verblühte Stauden und Samenstände bewusst stehen bleiben können, da sie Nahrung und Rückzugsorte bieten. Auf chemische Pflanzenschutzmittel sollte möglichst verzichtet und vor Schnittarbeiten geprüft werden, ob sich Tiere in den Pflanzen aufhalten. So bleibt der Garten auch im Spätsommer lebendig und ist gleichzeitig gut auf den Herbst vorbereitet.

Gartenarbeiten im August: Häufig gestellte Fragen

Was tun, wenn Pflanzen trotz regelmäßigem Gießen welken?

Welken Pflanzen trotz ausreichender Wassergaben, sollte zunächst die Bodenfeuchte kontrolliert werden, denn sowohl Staunässe und geschädigte Wurzeln als auch ein ausgetrockneter, wasserabweisender Wurzelballen können die Wasseraufnahme verhindern. Ist der Boden ausreichend feucht, kommen außerdem Hitzestress, Wurzelschäden, Krankheiten oder bei Kübelpflanzen ein zu kleiner Topf als Ursache infrage.

Was tun bei Sonnenbrand an Pflanzen?

Bei Sonnenbrand sollten besonders gefährdete Kübelpflanzen zunächst aus der prallen Mittagssonne genommen und empfindliche Beetpflanzen vorübergehend mit einem Schattiernetz oder Vlies geschützt werden. Verbrannte Blätter regenerieren sich nicht mehr, sollten aber nicht vorschnell vollständig entfernt werden, solange sie noch grüne Bereiche besitzen und die Pflanze zusätzlich beschatten.

Welche Pflanzenkrankheiten treten bei warmem und feuchtem Augustwetter verstärkt auf?

Warm-feuchtes Wetter begünstigt vor allem Pilzkrankheiten wie Falschen Mehltau, Grauschimmel sowie verschiedene Blattfleckenkrankheiten und kann beispielsweise bei Tomaten und Kartoffeln die Kraut- und Braunfäule fördern. Gute Luftzirkulation, ausreichend Pflanzabstand und das Gießen direkt an der Wurzel statt über die Blätter reduzieren das Infektionsrisiko.

Welche Blumenzwiebeln können bereits im August gesetzt werden?

Im August können bereits Herbstblüher wie Herbstzeitlose, Herbstkrokusse und Goldkrokusse gesetzt werden, damit sie teilweise noch im selben Jahr zur Blüte kommen. Die klassischen Frühlingsblüher wie Tulpen, Narzissen und viele Zierlauche werden dagegen in der Regel erst im Herbst gepflanzt.

Quellen

[1] „Heckenschnitt: Was ist erlaubt, was ist verboten? – GaLaBau“. Galabau-bayern.de, www.galabau-bayern.de/heckenschnitt-was-ist-erlaubt,-was-ist-verboten. Zugegriffen 12. August 2026.

[2] Andreas, H. „Bäume richtig bewässern“. Baumretter.de, baumretter.de/ratgeber/wie-werden-baeume-bewaessert/. Zugegriffen 13. August 2026.

[3] „Aktueller Vergiftungsfall durch Zucchini in Baden-Württemberg“. Baden-Württemberg.de, mlr.baden-wuerttemberg.de/de/unser-service/presse-und-oeffentlichkeitsarbeit/pressemitteilungen/pressemitteilung/pid/aktueller-vergiftungsfall-durch-zucchini-in-baden-wuerttemberg. Zugegriffen 10. August 2026.

[4] „Was fressen Igel?“ Bund-naturschutz.de, www.bund-naturschutz.de/oekologisch-leben/tieren-helfen/igel/was-fressen-igel. Zugegriffen 13. August 2026.

[5] Rebholz-Zigelli, Claudia. „Was der Igel frisst und trinkt – Igelhilfeverein e.V“. Igelhilfeverein.de, igelhilfeverein.de/was-der-igel-frisst-und-trinkt/. Zugegriffen 12. August 2026.

[6] „Fallobst“. NABU – Naturschutzbund Deutschland e.V, berlin.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/haus-und-garten/gartentipps/30535.html. Zugegriffen 12. August 2026.

Über unsere*n Autor*in
Simone Blaß
Simone Blaß verfügt über mehr als 30 Jahre Berufserfahrung und berichtet seit mehr als fünf Jahren verstärkt über Garten- und Bauthemen. Ihr Ziel ist es, auch anspruchsvolle Inhalte anschaulich und praxisnah aufzubereiten. Unter anderem führt sie Interviews mit Experten von Verbänden und Hochschulen, um den Lesern verlässliche Orientierung und praxisnahe Tipps für ihre eigenen Gartenprojekte zu bieten. Als Senior-Online-Redakteurin bei Gartenbau.org verfasst die studierte Journalistin Beiträge über alles, was Gärten schöner und funktionaler gestaltet, von der Baumpflege über die Gestaltung von Beeten und Pflanzungen bis zu anspruchsvollen Projekten rund um Brunnen- oder Terrassenbau. Durch ihren eigenen Garten, den sie seit über zehn Jahren pflegt, kennt die Redakteurin die Herausforderungen und Bedürfnisse von Gartenbesitzern aus erster Hand und kann so Inhalte liefern, die direkt auf die Praxis zugeschnitten und leicht umsetzbar sind.