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Rasenpflege

Rasenarten: Welche Rasenarten gibt es?

Kathrina Haunfelder
Verfasst von Kathrina Haunfelder
Zuletzt aktualisiert: 30. Oktober 2026
Lesedauer: 18 Minuten
© dpe123 / istockphoto.com

Ein Rasen macht den Garten grüner und bietet Platz zum Spielen, Entspannen oder Gärtnern. Doch nicht jede Rasenart eignet sich für jeden Zweck. Während Spielrasen auch wildes Toben aushalten muss, kommt es bei Zierrasen vor allem auf ein dichtes, gleichmäßiges Grün an. Für schattige Gartenecken oder sonnige, trockene Flächen gibt es ebenfalls passende Varianten. Welche Rasenart die richtige ist, hängt daher davon ab, wie Sie Ihren Garten nutzen und welche Bedingungen der Standort mitbringt.

Alles auf einen Blick:

  • Eine Rasenart, auch Rasentyp genannt, besteht aus einer spezifischen Mischung verschiedener Gräserarten, die auf den jeweiligen Verwendungszweck abgestimmt ist.
  • Die Rasenart bezeichnet somit die Nutzungskategorie, während eine Rasensorte eine bestimmte Züchtung eines einzelnen Rasengrases mit festgelegten Eigenschaften beschreibt.
  • Die gängigsten Rasenarten sind Zierrasen, Gebrauchsrasen, Spielrasen, Sportrasen, Schattenrasen, Trockenrasen und Landschaftsrasen.
  • Für den Hausgarten eignet sich in den meisten Fällen ein Gebrauchsrasen (RSM 2.3), der pflegeleicht und ausreichend belastbar ist.
  • Der Standort ist bei der Auswahl des Rasens entscheidend, da es für lichtarme Bereiche sowie sonnige und trockene Standorte spezielle Rasenmischungen gibt.

Was sind Rasenarten?

Rasenarten unterscheiden sich vor allem durch ihren Verwendungszweck und die damit verbundenen Anforderungen an Aussehen, Belastbarkeit und Rasenpflege. Während Zierrasen durch eine dichte, gleichmäßige Grasnarbe überzeugt, muss Spielrasen stärkeren Belastungen standhalten. Sportrasen ist speziell auf die Beanspruchung durch sportliche Aktivitäten ausgelegt. Je nach Rasentyp kommen unterschiedliche Gräser zum Einsatz, die an die jeweiligen Standortbedingungen und Nutzungsanforderungen angepasst sind.


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Was ist der Unterschied zwischen Rasenarten, Gräserarten, Rasensorten und Rasenmischungen?

BegriffBedeutungBeispiel
Rasenart (Rasentyp)
  • beschreibt, wofür der Rasen genutzt wird und welche Anforderungen er an Belastbarkeit, Aussehen und Pflege erfüllen soll
  • botanische Gräserart ist hier nicht gemeint [1] 
  • Gebrauchsrasen
  • Zierrasen
  • Sportrasen
Gräserart
  • bezeichnet eine botanische Pflanzenart
  • innerhalb einer Gräserart gibt es dabei verschiedene gezüchtete Sorten
  • Deutsches Weidelgras (Lolium perenne)
  • Wiesenrispe (Poa pratensis)
  • Rotschwingel (Festuca rubra)
Rasensorte (Gräsersorte)
  • durch Züchtung entstandene Sorte innerhalb einer Gräserart bzw. Unterart
  • Sorten unterscheiden sich z. B. in Blattfeinheit, Narbendichte und Krankheitsanfälligkeit
  • „Baroyal“ ist eine Sorte des Rotschwingels mit kurzen Ausläufern
Rasenmischung (Saatgutmischung)
  • auf Nutzung und Standort abgestimmte Zusammenstellung von Gräsersorten
  • kann mehrere Gräserarten enthalten oder aus mehreren Sorten derselben Art bestehen
  • Gebrauchsrasenmischung aus Sorten von Deutschem Weidelgras, Wiesenrispe und Rotschwingel [2] 

Wie wird die Qualität von Rasen bewertet?

Die Qualität von Rasensaatgut lässt sich anhand der Sortenprüfungen des Bundessortenamtes und der Regel-Saatgut-Mischungen Rasen (RSM) der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau (FLL) beurteilen. Beide Institutionen liefern wichtige Grundlagen für die Auswahl geeigneter Gräser und Saatgutmischungen.

Welche Aufgabe hat das Bundessortenamt?

Das Bundessortenamt ist eine deutsche Bundesbehörde, die Pflanzensorten prüft und zulässt. Bei Rasengräsern untersucht die Behörde unter anderem die sortenspezifischen Eigenschaften. Die Ergebnisse veröffentlicht sie in der „Beschreibenden Sortenliste Rasengräser“, die alle zwei Jahre aktualisiert wird. Sie bietet eine Orientierung, um geeignete Gräsersorten anhand ihrer Eigenschaften auszuwählen. Neben den vom Bundessortenamt unterschiedenen Rasentypen Zier-, Gebrauchs-, Strapazier-, Tiefschnitt- und Landschaftsrasen haben sich im Handel und in der Gartenbranche weitere Bezeichnungen wie Spielrasen, Sportrasen und Schattenrasen etabliert.

Welche Qualitätsstandards legt die FLL fest?

Die 1975 gegründete Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau (FLL) veröffentlicht jährlich die Regel-Saatgut-Mischungen Rasen (RSM). Diese enthalten Empfehlungen zur Zusammensetzung von Rasenmischungen für unterschiedliche Nutzungszwecke und definieren entsprechende Qualitätsanforderungen. Bei der Zusammenstellung berücksichtigt die FLL unter anderem die Prüfergebnisse des Bundessortenamtes vergibt eine RSM-Kennzeichnung für jede Rasenmischung. 

INFO
Die Kennzeichnung der Regel-Saatgut-Mischungen (RSM) zeigt, für welchen Verwendungszweck eine Rasenmischung geeignet ist. Sie besteht aus dem Kürzel RSM und zwei Ziffern. Die erste Ziffer kennzeichnet die Hauptgruppe, beispielsweise Gebrauchsrasen (2) oder Sportrasen (3). Die zweite Ziffer bezeichnet die jeweilige Mischung innerhalb dieser Gruppe. Die RSM 2.3 eignet sich für Gebrauchs- und Spielrasen, die RSM 2.2 für trockene Standorte und die RSM 3.2 für die Nachsaat und Erneuerung bestehender Sportrasenflächen. Die zweite Ziffer hat somit keine eigenständige, für alle Hauptgruppen gültige Bedeutung.

Welche Rasenarten gibt es?

  • Zierrasen (RSM 1.1)
  • Gebrauchsrasen (RSM 2.3)
  • Spielrasen (RSM 2.3)
  • Sportrasen (RSM 3)
  • Schattenrasen
  • Trockenrasen (RSM 2.2)
  • Landschaftsrasen (RSM 7)
GUT ZU WISSEN
Schattenrasen hat keine eigene RSM-Kategorie wie beispielsweise Zierrasen. Die Regel-Saatgut-Mischungen (RSM) der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau (FLL) werden nach ihrem Verwendungszweck und nicht nach den Lichtverhältnissen eingeteilt. Schattenrasenmischungen bestehen dabei meist aus Gebrauchsrasenmischungen, die schattentolerante Gräsersorten enthalten.

Wie unterscheiden sich die verschiedenen Rasenarten?

Rasenart/Rasentypengeeignet fürtypische GräserBelastbarkeitPflegeaufwandempfohlene Schnitthöhe
Zierrasen (RSM 1.1)
  • repräsentative Gartenflächen
  • Rotschwingel
  • Straußgras
  • gering bis mittel, je nach Variante
hoch bis sehr hoch
  • 1,5 bis 2,5 cm
Gebrauchs- und Spielrasen (z. B. RSM 2.3)
  • Hausgärten
  • Spiel- und Liegeflächen
  • Weidelgras
  • Wiesenrispe
  • Rotschwingel
  • mittel bis hoch
mittel bis hoch
  • 3 bis 4,5 cm
Sportrasen (RSM-Hauptgruppe 3)
  • intensiv genutzte Sportflächen
  • Weidelgras
  • Wiesenrispe
  • hoch bis sehr hoch
hoch
  • etwa 2,8 bis 3,5 cm
Schattenrasen (keine eigene RSM-Hauptgruppe)
  • lichtärmere Gartenbereiche
  • Hainrispe
  • Lägerrispe
  • Rotschwingel
  • abhängig von Mischung und Lichtverhältnissen
Standort- und mischungsabhängig
  • nach Herstellerempfehlung
  • kein einheitlicher Wert
Rasen für Trockenlagen (RSM 2.2)
  • trockene Garten- und Grünflächen
  • je nach Variante: 
  • Schafschwingel
  • Rotschwingel
  • Wiesenrispe 

     oder
  • Rohrschwingel
  • Wiesenrispe
  • Weidelgras 
  • gering bis mittel oder mittel bis hoch je nach Variante
mittel bis hoch
  • nach Herstellerempfehlung
  • abhängig von der Variante
Landschaftsrasen (RSM-Hauptgruppe 7)
  • Böschungen
  • Straßenbegleitgrüng
  • extensiv gepflegte Grünflächen
  • Rotschwingel
  • Schafschwingel
  • meist gering
  • nicht für intensive Spiel- oder Sportnutzung
gering
  • abhängig von Standort und Pflegekonzept

Die angegebenen Schnitthöhen sind Richtwerte für etablierte Rasenflächen und können je nach Saatgutmischung, Standort und Witterung variieren. Gebrauchsrasen und Spielrasen werden zudem gemeinsam geführt, da RSM 2.3 auch als „Gebrauchsrasen – Spielrasen“ bezeichnet wird. Achten Sie bei der Auswahl Ihres Rasens genau auf die Eigenschaften, denn trockenheitsverträgliche Rasenmischungen sind nicht zwangsläufig pflegeleicht. Lassen Sie sich vor dem Kauf am besten von einem Profi beraten, der mit seinem Fachwissen das ideale Gras für die Anforderungen in Ihrem Garten findet.



Was ist Zierrasen?

Zierrasen, häufig auch als englischer Rasen bezeichnet, zeichnet sich durch eine besonders feine, dichte und gleichmäßige Grasnarbe aus. Dafür sorgen vor allem feinblättrige Gräser wie Rotschwingel (Festuca rubra) und Straußgras (Agrostis). Damit der Rasen sein gepflegtes Erscheinungsbild behält, ist allerdings ein hoher Pflegeaufwand erforderlich. Die Schnitthöhe liegt meist bei zwei bis drei Zentimetern, weshalb während der Hauptwachstumszeit mehrmals pro Woche gemäht werden muss. Auch regelmäßiges Düngen des Rasens und ein sonniger, gut durchlässiger Standort sind wichtig. Da Zierrasen nur wenig Trittbelastung verträgt, eignet er sich vor allem für repräsentative Gartenflächen, die selten betreten werden.

Akkurat gemähter, dichter Zierrasen in einem Park mit kegelförmigen Formgehölzen.
Ein Zierrasen ist ideal für Außenbereiche, die einen repräsentativen Zweck erfüllen. © Bespalyi / istockphoto.com

Was ist Gebrauchsrasen?

Gebrauchsrasen ist ein vielseitiger Rasentyp für private Gärten, der eine dichte Grasnarbe mit guter Belastbarkeit verbindet. Er besteht häufig aus Deutschem Weidelgras (Lolium perenne), Wiesenrispe (Poa pratensis) und Rotschwingel (Festuca rubra). Damit eignet er sich für Flächen, die regelmäßig zum Spielen, Entspannen oder für andere Gartenaktivitäten genutzt werden. Im Vergleich zu Zierrasen ist der Pflegeaufwand geringer. Gebrauchsrasen wird dabei bei normalem Wachstum etwa einmal pro Woche auf 4 bis 5 Zentimeter gekürzt. Wie oft gemäht werden muss, hängt jedoch stets vom Wachstum ab. Dabei gilt die Faustregel, pro Schnitt höchstens ein Drittel der Halmlänge abzuschneiden.

Grüner Gebrauchsrasen im naturnahen Garten, umgeben von dichten Beeten und Sträuchern.
Gebrauchsrasen ist in vielen Hausgärten zu finden und eignet sich ideal für alltägliche Gartenaktivitäten. © -slav- / istockphoto.com

Was ist Spielrasen?

Spielrasen ist besonders strapazierfähig und eignet sich für Gärten, in denen Kinder spielen, Haustiere laufen und regelmäßig Freizeitaktivitäten stattfinden. Da sich die Eigenschaften von Gebrauchsrasen und Spielrasen stark überschneiden, werden entsprechende Saatgutmischungen im Handel häufig als „Gebrauchs- und Spielrasen“ angeboten. Im Vergleich zu weniger stark beanspruchten Rasenflächen enthalten sie oft mehr Deutsches Weidelgras, das schnell wächst und sich gut regeneriert. Wiesenrispe ergänzt die Mischung durch ihre belastbare Grasnarbe und ihre Fähigkeit, Lücken zu schließen. Die Pflege ähnelt der eines Gebrauchsrasens, bei intensiver Nutzung sind jedoch häufigeres Nachsäen und eine angepasste Nährstoffversorgung sinnvoll.

Familie spielt mit einem Hund und einer Frisbeescheibe auf dem Spielrasen im Garten.
Spielrasen eignet sich ideal für Familiengärten, in denen Kinder viel spielen und toben. © gorodenkoff / istockphoto.com

Was ist Sportrasen?

Sportrasen ist eine besonders belastbare Rasenart, die für intensiv genutzte Sportflächen wie Fußballplätze und Leichtathletikanlagen geeignet ist. Die RSM 3.1 beschreibt Saatmischungen für die Neuanlage, die RSM 3.2 solche für die Regeneration von Sportrasen. Zum Einsatz kommen vor allem Deutsches Weidelgras und Wiesenrispe, die sich durch ein kräftiges Wurzelwerk und eine schnelle Lückenschließung auszeichnen. Für eine dauerhaft dichte und strapazierfähige Grasnarbe sind regelmäßiges Düngen, ausreichende Wasserversorgung, Aerifizieren und ein Schnitt auf drei bis vier Zentimeter erforderlich. 

Fußballspieler führt einen Fußball auf einem ebenen, kurz geschnittenen Sportrasen.
Stark beanspruchte Grünflächen benötigen eine besonders widerstandsfähige Rasendecke. © Wavebreakmedia / istockphoto.com

Was ist Schattenrasen?

Schattenrasen eignet sich für Grünflächen, auf denen herkömmliche Rasengräser aufgrund geringer Lichtverhältnisse nur schlecht wachsen und zunehmend von Moos im Rasen verdrängt werden. Typische Standorte sind Flächen unter Bäumen, an Gebäuden mit Nordausrichtung oder in engen Innenhöfen. Für die Aussaat kommen vor allem schattenverträgliche Gräser wie die Hainrispe (Poa nemoralis), die Lägerrispe (Poa supina) und verschiedene Rotschwingelarten zum Einsatz.

Dichter Schattenrasen unter einer Birke vor einer Holzterrasse und einem modernen Wohnhaus.
In stark verschatteten Gartenbereichen eignen sich je nach Lichtverhältnissen schattentolerante Gräser oder alternative Bodendecker als Begrünung. © KatarzynaBialasiewicz / istockphoto.com


Was ist Trockenrasen?

Trockenrasen eignet sich für sonnige Gartenbereiche, in denen wenig Niederschlag fällt oder sandige Böden das Wasser nur schlecht speichern. Welche Gräser dafür in Frage kommen, hängt von den örtlichen Bedingungen ab. Die FLL unterscheidet zwei Varianten, die unterschiedlich zusammengesetzt sind. Variante 1 enthält unter anderem Schafschwingel, Rotschwingel und Wiesenrispe, während Variante 2 zusätzlich auf Rohrschwingel und Deutsches Weidelgras setzt. Vor allem der Rohrschwingel (Festuca arundinacea) ist gut an trockene Bedingungen angepasst, da seine tiefreichenden Wurzeln auch in längeren Trockenphasen Wasser erschließen.

Präzise gemähter Rasen mit Streifenmuster in einer gepflegten Gartenanlage mit Hecken.
Ein Trockenrasen ist eine gute Wahl für sonnige Gartenbereiche, in denen der Boden nur wenig Wasser speichert. © Akabei / istockphoto.com

Was ist Landschaftsrasen?

Landschaftsrasen dient zur dauerhaften Begrünung wenig beanspruchter Flächen, die mit geringem Pflegeaufwand erhalten werden sollen. Typische Einsatzbereiche sind Böschungen, Verkehrsbegleitflächen, Rekultivierungsflächen sowie extensiv gepflegte Grünflächen im öffentlichen und privaten Bereich. Je nach Mischung enthält das Saatgut ausschließlich Gräser oder zusätzlich Kräuter. Die RSM-Systematik unterscheidet folgende Standortmischungen:

  • RSM 7.1: Landschaftsrasen für Standardlagen – ohne Kräuter (7.1.1) oder mit Kräutern (7.1.2)
  • RSM 7.2: Landschaftsrasen für Trockenlagen – ohne Kräuter (7.2.1) oder mit Kräutern (7.2.2)
  • RSM 7.3: Landschaftsrasen für Feuchtlagen
  • RSM 7.4: Landschaftsrasen für Halbschatten

Nach dem Anwachsen reichen je nach Standort und gewünschtem Pflegeaufwand oft bis zu drei Mähgänge im Jahr aus. Die Rasengräser sind an die jeweiligen Bedingungen angepasst. Auf trockenen, nährstoffarmen Böden kommen beispielsweise Rotschwingel und andere Schwingelarten zum Einsatz. Im Hausgarten eignet sich Landschaftsrasen zudem auch für wenig genutzte Randbereiche und größere Flächen, die nicht regelmäßig gepflegt werden müssen.

Weitläufiger Landschaftsrasen in einem weiträumigen Park mit großen Laubbäumen.
Landschaftsrasen eignet sich für größere Grünflächen, die nur wenig Pflege benötigen. © Naypong / istockphoto.com

Was ist der Unterschied zwischen Zierrasen und Gebrauchsrasen?

KriteriumZierrasenGebrauchsrasen
Optik
  • besonders feinblättrig
  • dicht
  • gleichmäßig
  • dicht
  • überwiegend gleichmäßig
  • meist etwas gröber
Belastbarkeit
  • geringe Trittfestigkeit
  • empfindlich gegenüber häufiger Nutzung
  • gute Trittfestigkeit
  • widerstandsfähig
Pflegeaufwand
  • hoch: regelmäßiges Mähen, Düngen und Bewässern
  • mittel: Rasen ist weniger anspruchsvoll
Schnitthäufigkeit
  • häufiges Mähen für ein gepflegtes Erscheinungsbild
  • regelmäßiges Mähen
  • jedoch meist in größeren Abständen
Regenerationsfähigkeit
  • je nach Mischung begrenzt, insbesondere bei starker Beanspruchung
  • gut bei üblichen Belastungen
Einsatzbereich
  • repräsentative Vorgärten
  • dekorative Grünflächen
  • Hausgärten
  • Freizeitflächen
  • regelmäßig genutzte Gartenbereiche

Was ist der Unterschied zwischen Spielrasen und Sportrasen?

KriteriumSpielrasenSportrasen
Optik
  • dichtes, gleichmäßiges Erscheinungsbild
  • überwiegend mittelbreiten Gräsern
  • besonders dichte und strapazierfähige Grasnarbe
Belastbarkeit
  • hoch
  • sehr hoch
Pflegeaufwand
  • mittel
  • hoch
  • intensive Pflege und häufige Regenerationsmaßnahmen
Schnitthäufigkeit
  • regelmäßig
  • häufig
Regenerationsfähigkeit
  • gut
  • sehr hoch
Einsatzbereich
  • Familiengärten
  • Kinderspielflächen 
  • private Freizeitbereiche
  • Fußballplätze
  • Sportanlagen
  • intensiv genutzte Trainingsflächen


Welche Rasenart passt zu meinem Garten?

Die passende Rasenart für Ihren Garten hängt vor allem vom Standort, der Sonneneinstrahlung, den Schattenverhältnissen und der späteren Nutzung ab. Für viele Einfamilienhäuser bietet sich ein Gebrauchsrasen oder Spielrasen an. Welche Variante am besten geeignet ist, lässt sich anhand der Bedingungen vor Ort beurteilen. Entscheidend ist beispielsweise, wie viel Sonne die Rasenfläche erhält und wie stark sie beansprucht wird, etwa durch spielende Kinder. Neben der Belastbarkeit spielt auch der Pflegeaufwand eine wichtige Rolle. Überlegen Sie daher vorab, wie viel Zeit Sie für das regelmäßige Mähen, die Bewässerung und die saisonale Pflege aufbringen möchten. So stellen die Rasenpflege im Sommer und die Rasenpflege im Herbst unterschiedliche Anforderungen, die Sie bei der Auswahl berücksichtigen sollten.

Einsatzbereich für Rasenarten im Überblick

Rasenartempfohlene Einsatzzwecke
Zierrasen
  • repräsentative Vorgärten
  • dekorative Grünflächen und Gartenbereiche zur optischen Gestaltung
Gebrauchsrasen
  • Hausgärten
  • regelmäßig genutzte Rasenflächen
  • Bereiche zum Entspannen, Sitzen oder gelegentlichen Betreten
Spielrasen
  • Familiengärten
  • Spielflächen für Kinder und Haustiere
  • regelmäßige Nutzung für Freizeitaktivitäten
Sportrasen
  • Sportplätze
  • Fußballfläche
  • Gartenbereiche mit besonders hoher mechanischer Belastung
Schattenrasen
  • schattige Gartenbereiche
  • Flächen mit eingeschränkter direkter Sonneneinstrahlung
Trockenrasen
  • sonnige Gärten
  • trockene Standorte und Grünflächen, die mit vergleichsweise wenig Bewässerung auskommen sollen
Landschaftsrasen
  • große Grundstücke
  • Böschungen
  • Randfläche
  • naturnahe Grünbereiche

Um die passende Rasenart für Ihren Garten zu finden, lohnt sich eine individuelle Beratung durch einen Fachbetrieb. So lassen sich die Standortbedingungen und der gewünschte Pflegeaufwand berücksichtigen, damit der Rasen langfristig zu Ihrem Garten und Ihrem Lebensstil passt.

Welche Rasenart eignet sich für schattige Standorte?

Für schattige Standorte sollten Sie einen speziellen Schattenrasen mit Gräsern pflanzen, die auch bei geringer Sonneneinstrahlung gedeihen. Bei dauerhaft starkem Schatten sind jedoch auch schattenverträgliche Bodendecker wie Efeu, Waldmeister, Waldsteinie sowie Elfenblume häufig die bessere Wahl. Eine bedarfsgerechte Bewässerung und das Auslichten tief hängender Äste können die Wachstumsbedingungen zusätzlich verbessern.

Welche Rasenart eignet sich für trockene Standorte?

Für trockene Standorte wie sandige Böden oder sonnige Südhänge eignet sich besonders Trockenrasen. Während der Keim- und Anwachsphase benötigt er ausreichend Feuchtigkeit, bis sich ein kräftiges Wurzelsystem entwickelt hat. Anschließend fördert seltenes, aber durchdringendes Bewässern die Tiefenwurzelung. Eine um ein bis zwei Zentimeter erhöhte Schnitthöhe reduziert im Sommer zusätzlich die Verdunstung. Für besonders trockene Böschungen oder Rekultivierungsflächen empfiehlt sich ein speziell für Trockenlagen zusammengestellter Landschaftsrasen, der auf extensive Pflege ausgelegt ist.

Expertenzitat

Bei hochwertigen Rasenflächen bilden weiterhin Deutsches Weidelgras (Lolium perenne), Rotschwingel (Festuca rubra) und Wiesenrispe (Poa pratensis) die wichtigsten Arten. Daran wird sich nach heutiger Einschätzung auch in den kommenden Jahren grundsätzlich wenig ändern. Die Züchtung arbeitet jedoch intensiv daran, diese Arten besser an zunehmende Trockenheit, Hitze und andere Stressfaktoren anzupassen. Als Neuling unter den klassischen Rasenarten ist jedoch der Rohrschwingel (Festuca arundinacea) besonders interessant. Diese Art besitzt ein tiefer reichendes Wurzelsystem und kann Wasser aus tieferen Bodenschichten erschließen.

https://www.gartenbau.org/magazin/rasen-das-gartenbau-org-experteninterview-202625990

Welche Rasenart eignet sich für einen Familiengarten?

Für einen Familiengarten eignet sich Spielrasen und/oder Gebrauchsrasen oft am besten. Neben der höheren Belastbarkeit punktet dieser Rasentyp mit einer schnelleren Regeneration. Dennoch ist es empfehlenswert, bewegliche Spielgeräte regelmäßig zu versetzen, damit sich die darunterliegende Grasnarbe erholen kann. 

TIPP
Achten Sie beim Kauf von Rasensamen auf die Bezeichnung RSM Rasen auf der Verpackung. Mischungen, die den Anforderungen des FLL-Regelwerks entsprechen, enthalten geprüfte Gräsersorten und liefern deutlich bessere Ergebnisse als Billigmischungen ohne diesen Qualitätsnachweis. Bewahren Sie außerdem eine Packung der verwendeten Rasenmischung auf. Damit lassen sich stark beanspruchte Stellen im Frühjahr und Herbst gezielt nachsäen, ohne dass Farbunterschiede in der Grasnarbe entstehen.

Welche Rasenart eignet sich für kleine Gärten?

Wenn jeder Quadratmeter zählt, kann ein Gebrauchs- oder Spielrasen die richtige Wahl sein. Diese Rasenarten bieten hier eine sinnvolle Lösung, da sie eine gute Balance aus Optik und Belastbarkeit bieten. Hierbei lohnt es sich besonders, in hochwertiges Saatgut zu investieren, da die benötigte Menge gering ist. Wenn Sie Ihren Rasen überwiegend anschauen und weniger darauf laufen möchten, können Sie auch einen Zierrasen anlegen.

Welche Rasenart ist besonders trittfest?

Besonders trittfest sind Sportrasen (RSM 3) und Spielrasen (RSM 2.3), weil sie vor allem aus Gräsermischungen mit unterschiedlichen Wuchseigenschaften bestehen:

  • Deutsches Weidelgras bildet durch Bestockung zahlreiche Seitentriebe und kann sich dadurch nach Belastungen vergleichsweise schnell regenerieren.
  • Wiesenrispe entwickelt unterirdische Ausläufer, sogenannte Rhizome, mit denen sie sich seitlich ausbreitet und beschädigte Stellen in der Grasnarbe schließen kann.
GUT ZU WISSEN
Auch wenn diese Mischung für eine widerstandsfähige Rasenfläche sorgt, kommt es zusätzlich auf die Bodenbeschaffenheit an. Besonders verdichtete oder dauerhaft durchnässte Böden können die Belastbarkeit selbst sehr robuster Rasenmischungen beeinträchtigen.

Welche Rasenart ist besonders pflegeleicht?

Landschaftsrasen zählt zu den pflegeleichtesten Rasenarten, da er in der Regel ohne regelmäßige Düngung und Bewässerung auskommt. Entscheidend ist jedoch die Gräserzusammensetzung: Langsam wachsender Rotschwingel reduziert den Mähaufwand, während trockenheitsverträglicher Schafschwingel den Wasserbedarf senkt. Je nach Bodenbeschaffenheit können dennoch gelegentliches Düngen sowie Lüften des Rasens erforderlich sein, um die Nährstoff- und Sauerstoffversorgung der Graswurzeln sicherzustellen. Auch Gebrauchsrasen gilt als vergleichsweise pflegeleicht, benötigt jedoch meist mehr Pflege als Landschaftsrasen.

Diese 5 Dinge sollten Sie beachten

  1. Um die Keimfähigkeit möglichst lange zu erhalten, sollten Sie Rasensamen bis zur Aussaat kühl, trocken und lichtgeschützt aufbewahren
  2. Pflanzen Sie verschiedene Rasenarten nicht wahllos, da ihre Zusammensetzung auf bestimmte Bedingungen abgestimmt ist und sich das Ergebnis einer selbst zusammengestellten Saatgutmischung nur schwer vorhersagen lässt.
  3. Möchten Sie Ihren Rasen erneuern oder Ihren bestehenden Rasen reparieren, sollten Sie darauf achten, dass die neu ausgesäten Gräser hinsichtlich ihrer Wuchseigenschaften und ihres Erscheinungsbildes zum vorhandenen Bestand passen.
  4. Da Deutsches Weidelgras schneller keimt als Wiesenrispe, sollten Sie das Saatbett auch nach dem Erscheinen der ersten Halme weiterhin gleichmäßig feucht halten, damit sich die langsamer keimenden Gräser ebenfalls entwickeln können.
  5. Auch innerhalb einer Gräserart gibt es verschiedene Züchtungen, die sich in Wuchsdichte, Blattstruktur und Widerstandsfähigkeit unterscheiden. Eine fachkundige Beratung hilft Ihnen dabei, die passende Sorte auszuwählen.


Fazit

Mit der richtigen Rasenart schaffen Sie die Grundlage für eine schöne und langlebige Grünfläche. Der Begriff Rasenart bezeichnet verschiedene Rasentypen, die sich in ihrer Gräserzusammensetzung, Belastbarkeit, ihren Standortansprüchen und ihrem Pflegebedarf unterscheiden. Für die meisten Hausgärten ist Gebrauchsrasen (RSM 2.3) eine gute Wahl, da er vergleichsweise pflegeleicht ist und sich für eine moderate Nutzung eignet. Wird der Rasen häufig zum Spielen und Toben genutzt, empfiehlt sich eine strapazierfähigere Mischung mit einem höheren Anteil an Deutschem Weidelgras. Entscheidend ist, dass die Rasenmischung zum Standort und zur geplanten Nutzung passt. RSM-konforme Mischungen nach dem FLL-Regelwerk bieten dabei eine gute Orientierung. Wer sich bei der Auswahl unsicher ist, kann sich von einem Garten- und Landschaftsbauer beraten lassen.

Rasenarten: Häufig gestellte Fragen

Wann ist die beste Zeit, um Rasen zu säen?

Die beste Zeit für die Rasenaussaat ist meist von Ende August bis Ende September. Der Boden ist dann noch warm, während kühlere Temperaturen und häufigere Niederschläge das Feuchthalten erleichtern. Alternativ eignet sich das Frühjahr, sobald die Bodentemperatur dauerhaft mindestens etwa 10 Grad erreicht. Je nach Region und Witterung bietet sich das Frühjahr meist im April oder Mai für die Rasenaussaat an. Entscheidend ist, dass das Saatbett während der Keimung gleichmäßig feucht bleibt.

Wie viel Rasensamen brauche ich pro Quadratmeter?

Für die Neuanlage eines Gartenrasens benötigen Sie etwa 25 bis 30 Gramm Rasensamen pro Quadratmeter. Die genaue Menge hängt von der Mischung ab. Für rohrschwingelreiche Trockenrasenmischungen wie RSM 2.2 Variante 2 können beispielsweise 35 Gramm pro Quadratmeter empfohlen werden. Maßgeblich ist die Angabe auf der Verpackung. Für Nachsaaten gelten andere Mengen. 

Kann ich Rasenarten anhand ihrer Grashalme erkennen?

Mit etwas Übung lassen sich Gräserarten an Blattbreite, Blattform, Blattspitze und weiteren Merkmalen unterscheiden. Deutsches Weidelgras besitzt beispielsweise eine glänzende Blattunterseite, während die Wiesenrispe unter anderem eine kahnförmige Blattspitze aufweist. Ein einzelnes Merkmal reicht jedoch häufig nicht für eine sichere Bestimmung aus.

Warum verändert sich die Farbe meines Rasens im Jahresverlauf?

Die Rasenfarbe hängt von der Gräserart und -sorte sowie von Licht, Temperatur und Wasserversorgung ab. Unter günstigen Wachstumsbedingungen erscheint der Rasen meist kräftig grün, während Kälte oder Trockenheit gelbliche bis bräunliche Verfärbungen verursachen können. Zudem unterscheiden sich die Gräser in ihren natürlichen Grüntönen und ihrer Winterfärbung. Auffällige Farbveränderungen können auch auf Pflegefehler oder Krankheiten hinweisen.

Was bedeutet die Bezeichnung Berliner Tiergarten bei Rasensamen?

„Berliner Tiergarten“ ist eine traditionelle Handelsbezeichnung für Rasensamen, die häufig als Produktname auf der Verpackung steht. Der Name lässt sich auf die Begrünung des Berliner Tiergartens im 19. Jahrhundert zurückgeführen. Der Gartenarchitekt Peter Joseph Lenné ließ dort große Rasenflächen durch Aussaat sogenannter Heubodenspreu anlegen. Auf diese Praxis wird die heutige Bezeichnung zurückgeführt. Der Name ist jedoch nicht geschützt und legt weder eine bestimmte Zusammensetzung noch eine einheitliche Qualität fest. Achten Sie beim Kauf deshalb auf die angegebenen Gräserarten und Sorten sowie darauf, ob die Mischung einer für Ihren Standort und Ihre Nutzung geeigneten Regel-Saatgut-Mischung (RSM) entspricht.

Quellen

[1] Bundessortenamt.de, www.bundessortenamt.de/bsa/media/Files/BSL/bsl_rasengraeser_2025.pdf. Zugegriffen 28. Oktober 2026.

[2] „Rasen-Mischungen“. Rasengesellschaft.de, www.rasengesellschaft.de/rasen-mischungen. Zugegriffen 28. Oktober 2026.

Über unsere*n Autor*in
Kathrina Haunfelder
Kathrina Haunfelder arbeitet als Redakteurin für Gartenbau.org und macht komplexe Fachthemen zugänglich. Ihr Studium in Technikjournalismus und Technik-PR vermittelte ihr vor allem die Fähigkeit, anspruchsvolle Inhalte verständlich zu strukturieren und zielgruppengerecht aufzubereiten. Zuvor absolvierte sie eine Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin, die ihr ein sicheres Gespür für Sprache gab. Nach ersten redaktionellen Erfahrungen als Werkstudentin baute sie ihre Expertise stetig aus. Heute verfügt sie über mehr als 5 Jahre Berufserfahrung und kombiniert als Redakteurin fundierte Recherche mit regelmäßigen Interviews mit Experten und Verbänden, um praxisnahe Artikel zu liefern, die auch komplexe Themen leicht nachvollziehbar machen.